Neuer Konflikt: Iran setzt Südkorea-Tanker fest

Boote der Revolutionsgarden eskortieren den südkoreanischen Tanker "Hankuk Chemi".
Boote der Revolutionsgarden eskortieren den südkoreanischen Tanker "Hankuk Chemi".- / AFP / picturedesk.com
Der Iran hat einen südkoreanischen Öltanker im Persischen Golf festgesetzt. Die Südkoreaner entsandten eine Einheit zur Pirateriebekämpfung.

Die iranische Revolutionsgarde hat einen südkoreanischen Tanker in der Golfregion beschlagnahmt. Die "Hankuk Chemi" habe "wiederholt" gegen Umweltauflagen verstoßen, teilte die Garde am Montag auf ihrer Website Sepahnews mit. Der Tanker sei aus dem saudi-arabischen Hafen al-Dschubail gekommen und habe 7200 Tonnen "ölchemische Produkte" an Bord gehabt. Südkorea forderte die Freilassung des Schiffes und entsandte eine Einheit zur Pirateriebekämpfung in die Golfregion.

Die aus Südkorea, Indonesien, Vietnam und Myanmar stammende Besatzung wurde laut Sepahnews festgenommen. Wo genau das Schiff beschlagnahmt und wohin es gebracht wurde, blieb zunächst unklar. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars wurde die "Hankuk Chemi" im Persischen Golf festgesetzt und "in die Häfen unseres Landes" gebracht.

Das britische Maritime Handelsbüro berichtete von einer "Interaktion" zwischen einem Handelsschiff und den iranischen Behörden am Montagmorgen in der Straße von Hormus. Das Handelsschiff habe im Anschluss seinen Kurs geändert und sei in iranische Gewässer gefahren.

Ähnlicher Fall im Juli 2019

Das südkoreanische Außenministerium forderte eine "rasche Freilassung" des Tankers. Seoul entsandte zudem seine Einheit "Cheonghae" zur Pirateriebekämpfung in die Golfregion. Die Einheit sei in die Gewässer nahe der Straße von Hormus geschickt worden, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium mit.

Der Fall erinnert an die Festsetzung des britischen Öltankers "Stena Impero" im Juli 2019. Die iranischen Revolutionsgarden hatten das Schiff in der Straße von Hormus beschlagnahmt, weil es angeblich ein Fischerboot gerammt hatte. Zwei Monate später ließen sie es wieder frei.

Die Spannungen in der Golfregion haben sich deutlich zugespitzt, seit die USA nach ihrem Ausstieg aus dem internationalen Atomabkommen 2018 eine Politik des "maximalen Drucks" gegenüber dem Iran verfolgen. Mehrfach wurden in der Straße von Hormus Schiffe angegriffen, Drohnen abgeschossen und Öltanker beschlagnahmt. Durch die strategisch wichtige Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman wird ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion transportiert.

Der Vorfall fällt in eine politisch angespannte Zeit. Der Iran hat am Montag nach Regierungsangaben mit der Anreicherung von Uran auf 20 Prozent begonnen, was ein klarer Verstoß gegen das internationale Atomabkommen wäre.

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