Vergangenen Herbst erreichten die Asylzahlen in ein Rekordniveau. Vor allem Asyl-Zelte sorgten in einigen Gemeinden für Aufruhr. Wie Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) und Wiens Stadtrat Peter Hacker (SPÖ) in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Freitag bekannt gaben, werden die Kosten in der Grundversorgung von Flüchtlingen neu aufgeteilt.
Umgestellt werden soll auf ein Realkostenmodell, das zunächst über vier Jahre in Wien erprobt wird. Der Bund übernimmt hierbei einen größeren Teil der Kosten und soll die Stadt Wien entlasten. Mehr Geld soll das nicht kosten, jedoch übernimmt der Bund einen größeren Teil der Aufwendungen.
Anstatt wie bisher pauschale Kosten pro Flüchtling in der Grundversorgung abzurechnen, sollen die tatsächlichen Kosten für Betreuung, Unterkunft und Co. abgerechnet werden.
Aktuell werden die Kosten noch pauschal abgerechnet. So gibt es 95 Euro am Tag für Kinder und Jugendliche, 48 Euro für Menschen mit Pflegebedarf und 25 Euro für Personen in organisierten Quartieren.
Seit Jahren beklagen die Länder, dass die vom Bund geleisteten Zahlungen nicht die realen Kosten bei der Beherbergung und Betreuung von Flüchtlingen abdecken. Nun haben der Bund und Wien zusammengesetzt ein gemeinsames Modell entwickelt, das die Bundeshauptstadt und die Hilfsorganisationen bei der Unterbringung und auch der Betreuung entlasten soll.
Damit wird nun eine bessere Betreuung von Jugendlichen und vulnerablen Personen erwartet. Das Realkosten-Modell wird für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und Pflegebedürftige schon für das Jahr 2023 rückwirkend mit Jahresanfang gelten.