Abbiegeassistent: Jüngste Tests erfolgreich

Ist das der Durchbruch in der Causa Abbiegeassistent für LKW? Am Donnerstag meldete der ÖAMTC, dass die neuesten Tests erfolgreich waren.

"Die Technik funktioniert, jetzt liegt die Verantwortung bei Politik, LKW- und Busunternehmen", kündigt der ÖAMTC in einer Aussendung von Donnerstag an. Dabei geht es um die Diskussion der Abbiegeassistenten für LKW - mehr dazu lesen Sie hier.

Systeme funktionieren



Der Auto-Club habe die Leistungsfähigkeit von insgesamt vier nachrüstbaren Abbiegeassistenten untersucht. Dabei habe man das Fazit gezogen, dass die Systeme in der Lage seien, ungeschützte Verkehrsteilnehmer zu erkennen und einen Unfall zu verhindern.

"Auch wenn nicht jeder Assistent in jedem Szenario gleich zuverlässig arbeitet, erfüllen alle vier getesteten Systeme die Voraussetzungen, die etwa in Deutschland gelten, um eine Förderung für die Nachrüstung zu erhalten", fasst Gerhard Blümel, Lkw-Experte des ÖAMTC, zusammen.

Unterschiedliche Techniken



Besonders überzeugend waren jene Systeme, die Radarsensor mit Kamera-Monitor-System kombinieren. "Diese Technologie kann mehrere stationäre und bewegliche Objekte gleichzeitig erfassen und differenzieren und es kam auch bei den Versuchen im realen Verkehrsgeschehen zu keiner Fehlauslösung."

Systeme, die mittels Ultraschall funktionieren, konnten zwar auch zufriedenstellen, seien insgesamt jedoch nicht so zuverlässig, wie die Radar-Modelle. Insgesamt kam es bei den Ultraschall-Systemen zu rund 60 Prozent Fehlauslösungen. Die Technologie könne nicht zwischen Verkehrsteilnehmern und Objekten wie Ampeln unterscheiden.

Nachrüstung theoretisch noch heuer möglich



Laut ÖAMTC könnten Serienausstattung und Nachrüstung noch heuer beginnen. Die EU sieht die verpflichtende Serienausstattung mit Abbiegeassistenten erst spätestens ab 2022 in allen neuen Fahrzeugtypen und ab 2024 in allen Neufahrzeugen vor.

ÖAMTC-Direktor Oliver Schmerold betont jedoch, dass es nicht zwangszweise so lange dauern muss: "Eine Typisierung von Lkw mit neuen Abbiegeassistenten sollte nach jetzigem Kenntnisstand ab Oktober 2019 möglich sein. Bis dahin werden voraussichtlich die genauen Spezifikationen stehen, die die Systeme ab 2022 erfüllen müssen. Somit steht einer freiwilligen Serienausstattung, die noch heuer beginnen kann, nichts entgegen."

Kostenfrage unklar



Eine entsprechende Förderung, was die Nachrüstung des Fahrzeugbestands betrifft, wurde indessen von Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) zugesagt. Eine Frage sei nun, wie die Regeln festgelegt werden sollen, was die Beschaffung der Ausrüstung für die Unternehmen betrifft. Die Kosten für die Systeme belaufen sich immerhin auf 800 bis 2.500 Euro.

"Aus unserer Sicht könnte man sich dabei im Wesentlichen an der Förderrichtlinie des deutschen Verkehrsministeriums orientieren", schlägt Schmerold vor. "Dann liegt es in der Eigenverantwortung der Transport-Unternehmen."'

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(rfr)

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