Szene

Die Philharmoniker lieben Dirigent Thielemann

Franz Welser-Möst spielte Christian Thielemann den Weg frei, so konnte der Liebling der Philharmoniker endlich zum Neujahrskonzert nach Wien.

Heute Redaktion
Teilen

Viele Jahre musste das weltberühmte Orchester auf den deutschen Maestro warten, 2019 war es endlich soweit und die "große Liebe" erlebte endlich ihre größte Sternstunde: Christian Thielemann debütierte beim Neujahrskonzert.

(Zwischen)-Töne voll Süße, Melancholie und flirrender Romantik – an den großen Wagner-Dirigenten Thielemann denkt man dabei nicht zuallererst. Ein Fehler.

Denn wer die Ohren zu Neujahr im Wiener Musikverein (oder wohl eher bei der 61. Übertragung in 90 Länder) spitzte, hörte den frühen Kapellmeister mit Affinität zur Operette wohl heraus. Als "Musik, die allen gut tut", bezeichnet der Debütant das Schaffen der Strauß-Dynastie – und hielt das Versprechen der Kunst der leichten Muse, die Balance zwischen "geschehen lassen und gestalten".

Zu Ehren der Staatsoper: Das Staatsballett beim Neujahrskonzert

Offiziell beendeten die "Sphärenklänge" (vor den Zugaben "Donauwalzer" und "Radetzkymarsch") den mit sechs Novitäten gespickten 79. Neujahrsgruß – ausgerechnet der Walzer, den der Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden 2008 als "Visitenkarte" bei der Balleröffnung der Philharmoniker abgab.

Dass er nun endlich beim Neujahrskonzert in Wien am Pult stehen konnte, verdankt Christian Thielemann auch "unserem" Franz Welser-Möst: Er vertrat ihn in der Semperoper!

+++ Das war das Progamm des Neujahrskonzerts 2019 +++

Auffallend bei der Orchester-Formation im Blütenmeer aus 30.000 Rosen, Lilien und Orchideen: der Frauenanteil wirkte besonders hoch.

2020 folgt bereits die nächste Premiere: Andris Nelsons, Musikdirektor des Boston Symphony Orchestra, dirigiert.