Wenn Pokémon zu "Germany's Next Topmodel" wird

Na was haben wir denn da?
Na was haben wir denn da?Nintendo
Mit "New Pokémon Snap" für die Switch dreht Nintendo die Nostalgie-Regler nach oben. Denn vor zwei Jahrzehnten gab es das Game schon einmal.

Man stelle sich ein Spiel vor, in dem man durch die Wildnis wandert und Fotos macht. Mehr nicht. Das ist das komplette Konzept. Würde sich wohl nicht sonderlich verkaufen. Das wohl beste Gegenargument: Man kann doch einfach selbst vor die Türe gehen und knipsen. Zwei Argumente sprechen bei "New Pokémon Snap" für das Game: Lockdown und niedliche Viecher, die es in der realen Welt so nicht gibt.

Vor 22 Jahren erlebte "Pokémon Snap" auf der N64 Premiere. Damals wurde den Geschäften alles aus der Hand gerissen, was mit Pokémon zu tun hatte. Auch ein eigentlich langweiliges Spiel, bei dem man einfach nur Fotos schießt. Denn der eigentliche Gedanke hinter dem Poké-Franchise ist es, die Tierchen zu fangen. Bei "Snap" lässt man sie aber möglichst in Ruhe und versucht sie schön in Szene zu setzen. 

Ausschau halten ist die Devise

Die große Frage für die Kenner: Was hat sich im Vergleich zum Spiel von 1999 geändert. Die kurze Antwort: Gar nichts! Klar, die Grafik hat sich auf der Nintendo Switch um einiges verbessert. Die Umgebungen sind klarerweise detaillierter und liebevoller gestaltet. Mittlerweile kamen auch einige Editionen dazu. Vor 22 Jahren kannte man nur 151 Pokémon. In der Zwischenzeit hat sich die Zahl um einiges vervielfacht. Man kann also viel mehr knipsen. 

Der größte Pluspunkt, den "New Snap" bietet ist tatsächlich die Entschleunigung. Man muss sich nicht schnell hochleveln und mit seinem Monster alle Gegner zerbersten. Es geht nicht um höher, schneller und weiter. Im Gegenteil! Ganz gemächlich fährt man durch Wiesen und Wälder, und hält dabei Ausschau nach raren Exemplaren. Und dabei muss man teilweise doch sehr genau hinsehen. In Gebüschen, auf Bäumen oder im Wasser – wo sind kann man das beste Foto ergattern?

"Ich habe heute ein Foto für dich"

Natürlich muss man ein paar Aufgaben erledigen, um neue Orte erkunden zu dürfen. Die sind teilweise sehr einfach zu lösen, oftmals spielt aber auch Zufall eine große Rolle. Die Idee hinter "Snap" ist es: Je schöner man ein Pokémon in Szene setzt, umso mehr Punkte bekommt man für das Foto. Ähnlich wie bei Heidi Klum.

Manchmal bekommt man aber eine hohe Punktzahl für absolut unbrauchbare Schnappschüsse, bei denen man sich in keinster Weise schönreden kann, dass es sich hierbei um ein schönes Bild handelt. Auch ähnlich wie bei Heidi Klum.

Ob man knapp 60 Euro für das Spiel hinblättern möchte, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Fest steht aber, dass man schon vor dem ersten Knips-Geräusch eine kleine Zeitreise antritt. Wie toll war das damals, von der Schule nach Hause zu laufen, um seinen N64 einzuschalten, um endlich drauf zu kommen, wie man ein Glurak im Vulkan fotografieren kann. Herrlich.

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