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Nicht anzuhören, was die Franzosen da brabbeln

Dany Boons neue Komödie sorgt vor allem für schmerzende Ohren.

Heute Redaktion
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In Frankreich hält "Willkommen bei den Sch'tis" (2008) immer noch den Rekord für das höchste Einspielergebnis eines heimischen Films (über 20 Millionen Besucher). Die Komödie handelt von einem Beamten (Kad Merad), der gegen seinen Willen in den Norden des Landes versetzt wird. Dort leben die Sch'tis, vermeintlich Intelligenz-befreite Provinzler, deren Dialekt dem Pariser Zugereisten wie eine Fremdsprache erscheint.

Kein Sequel

Das Wichtigste vorweg: "Die Sch'tis in Paris - Eine Familie auf Abwegen" ist KEINE Fortsetzung von "Willkommen bei den Sch'tis". Regisseur und Drehbuchautor Dany Boon ist nicht mehr als Briefträger Antoine zu sehen, sondern gibt den Interieur-Designer Valentin, der seine ländlichen Wurzeln verleugnet, um in der französischen Hauptstadt dem noblen Schickimicki-Lifestyle zu frönen.

Der Trailer von "Die Sch'tis in Paris":

Gedächtnisschwund

Zum 80. Geburtstag von Valentins Mutter (Line Renaud) reist die ganze Sippschaft nach Paris und bringt den renommierten Künstler in Erklärungsnot. Der Presse hat er nämlich erzählt, er sei Waise. Bevor Valentin als Lügner entlarvt wird, löscht jedoch ein Autounfall die Erinnerung an seine letzten 25 Jahre. Statt französisch spricht er Sch'ti, erkennt seine Frau und Geschäftspartnerin Constance (Laurence Arné) nicht wieder und glaubt, ein Techtelmechtel mit seiner Schwägerin Louloute (Valérie Bonneton) zu haben.

Grauenhafte Synchronisation

So altbacken wie der Amnesie-Plot des Films sind auch seine Pointen. Bis auf ein paar nette Ausreißer (Gemüse mit Benzin und Osteopathen als notwendiges Accessoire zum Edel-Mobiliar) sorgen die neuen Sch'tis selten für Lacher. Grauenhaft ist aber vor allem die deutsche Synchronisation des Nord-Slangs. Im französischen O-Ton mag der Charme des Films im Dialekt liegen, in der Übersetzung verleitet er dazu, schnellstmöglich das Kino zu verlassen.

"Die Sch'tis in Paris - Eine Familie auf Abwegen" startet am 23. März 2018 in den Kinos.

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