"Nicht erfüllbar!" Experte lässt mit Aussage aufhorchen

Kollektivvertragsverhandlungen der Sozialwirtschaft: Arbeitgeber sehen "keinen Grund zur Aufregung"
Kollektivvertragsverhandlungen der Sozialwirtschaft: Arbeitgeber sehen "keinen Grund zur Aufregung"Getty Images/iStockphoto (Symbolbild)
Die Kollektivvertragsverhandlungen der Sozialwirtschaft mit den Gewerkschaften laufen offenbar "plangemäß". Doch nicht alle Forderungen sind machbar.

In den nächsten Tagen finden Betriebsversammlungen und Kundgebungen der Gewerkschaften GPA und vida zu den laufenden Kollektivvertragsverhandlungen der Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ) statt.

Die Arbeitgeberseite sieht allerdings "keinen Grund zur Aufregung". Die Kollektivvertragsverhandlungen der Sozialwirtschaft Österreich mit den Gewerkschaften GPA und vida laufen nämlich nach Meinung des Geschäftsführers und Verhandlungsführers Walter Marschitz bislang plangemäß.

Termin auf Abschluss angelegt

In einem sehr konstruktiven und lösungsorientierten Verhandlungsklima konnte man sich bisher schon bei den meisten materiellrechtlichen Punkten verständigen, die Arbeitgeberseite hat bereits in der ersten echten Verhandlungsrunde (nach der eher formalen Forderungsübergabe) ein Angebot vorgelegt, das über dem Metaller-KV-Abschluss liegt und eine volle Abgeltung der durchschnittlichen Inflationsrate von November 2021 bis Oktober 2022 vorsieht (7,5 Prozent, mindestens 150 Euro).

Die Verhandlungen werden plangemäß am 16. November fortgesetzt. Dies ist auch der erste Verhandlungstermin, der ohne zeitliches Verhandlungsende vereinbart wurde und damit auf einen Abschluss angelegt ist.

"Bisher haben wir uns immer noch gefunden"

Dass die Vorstellungen in der Entgeltfrage in dieser Verhandlungsphase noch weit auseinanderliegen -die Arbeitnehmerforderung wurde auch erst ganz am Ende der zweiten Verhandlungsrunde konkretisiert- ist auch nicht ungewöhnlich. "Bisher haben wir uns immer noch gefunden" gibt sich Verhandlungsführer Marschitz optimistisch.

Dass die AN-Forderung nach 15 Prozent Entgelterhöhung, die das Doppelte des Metallerabschlusses beträgt und etwa 50 Prozent über den Gewerkschaftsforderungen in anderen Branchen liegt, "nicht erfüllbar" ist, steht für die Arbeitgebervertreter aber fest.

"Leistungen der Beschäftigen würdigen"

"Wir werden uns trotzdem bemühen, einen Abschluss zu erzielen, der die Leistungen der Beschäftigten würdigt und die Branche für bestehende und neue MitarbeiterInnen attraktiv hält aber trotzdem leistbar bleibt", so SWÖ- Vorsitzender Erich Fenninger. "Letztlich geht es hier nicht um einen Arbeitskampf zwischen Unternehmern und Beschäftigten, sondern darum eine für die Branche vernünftige und leistbare Vereinbarung zu treffen."

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