Drama pur in EM-Gruppe B! Kroatien sah am Montagabend im Kracher gegen Titelverteidiger Italien wie der sichere Sieger aus. Wenige Sekunden vor dem Ende glich Mattia Zaccagni mit dem letzten Angriff aus, schickte den ersten EURO-Riesen auf die Heimreise.
Das Gegentor in der achten Minute der Nachspielzeit besiegelte das bittere Schicksal der Kroaten, die mit nur zwei Punkten und einem Torverhältnis von minus drei auch als Gruppendritter keine realistische Aufstiegschance mehr haben.
Teamchef Zlatko Dalic fühlte sich nach dem Abpfiff um den Aufstieg ins Achtelfinale betrogen. Mit dem 1:0-Sieg wären Gruppenplatz zwei und das Duell gegen die Schweiz in der Runde der letzten 16 Teams fix gewesen. Dalic tobte über die lange Nachspielzeit: "8 Minuten! Die waren keinesfalls berechtigt. Wir sind eine kleine Nation. Mich nervt es, wenn die Kroaten nicht respektiert und anerkannt werden."
Schiri Danny Makkelie hatte auf Anraten des 4. Offiziellen Serdar Gözübüyük acht Minuten veranschlagt. Im Vorfeld des Führungstores von Luka Modric und dessen zunächst vergbenen Elfmeters hatte es einen längeren VAR-Check gegeben.
Für Dalic kein zureichender Grund: "Es gab sechs Auswechslungen. Also maximal drei Minuten Nachspielzeit. Und es gab VAR-Minuten. Das sind also maximal vier Minuten, er legte acht fest. Der Schiedsrichter hat uns das ganze Spiel über zerrissen."
Altstar Modric war nach dem Last-Minute-Ausgleich in Tränen aufgelöst, sagte: "Es ist unfair, so auszuscheiden, weil wir von der ersten Minute an für unser Volk gekämpft haben." Schon gegen Albanien hatte Kroatien in der Nachspielzeit den Ausgleichstreffer kassiert, somit zwei zum Greifen nahe Siege liegen gelassen. Modric: "Leider war der Fußball grausam zu uns – wie auch schon zuvor gegen Albanien."