Nichte missbraucht: Jetzt 3 Jahre Haft für Onkel

Der angeklagte Onkel (r.) und Opferanwalt Martin Preslmayr.
Der angeklagte Onkel (r.) und Opferanwalt Martin Preslmayr.Bild: salpa
Über Jahre hat ein 52-Jähriger laut Anklage seine "Lieblingsnichte" missbraucht, heute musste der 52-Jährige in Wr. Neustadt dafür die Rechnung zahlen.
Ein Arbeiter aus Pakistan, der über Vorarlberg nach Niederösterreich gekommen war, soll über Jahre seine "Lieblingsnichte" missbraucht haben. Der Vorwurf des Opfers: Immer wieder hatte der Onkel auf das minderjährige Mädchen im südlichen NÖ aufgepasst.

Im Jahr 1999 führte der Mann der damals Siebenjährigen Pornofilme vor und verging sich an ihr. Das Martyrium für das Opfer zog sich dann über Jahre.



CommentCreated with Sketch.5 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Wie berichtet traute sich das Opfer erst als junge selbstbewusste Frau ihren Onkel anzuzeigen. Opferanwalt Martin Preslmayr hatte schon vor dem Prozess im Jänner 2019 gesagt: "Die junge Frau riskiert viel, wurde auch von der pakistanischen Großfamilie massiv bedroht, weil sie als Frau das aufzeigt und dabei sogar in Kauf nimmt, die Ehre der Familie zu zerstören. Aber die Eltern stehen hinter ihr."

Anwalt M. Preslmayr
Anwalt M. Preslmayr
Strafrahmen erhöht

Vor Gericht bestritt der 52-Jährige die Vorwürfe, der Prozess wurde mehrmals vertagt, Martin Preslmayr beantragte dann ein psychiatrisches Gutachten (Anm.: denn die Frau leidet an posttraumatischen Belastungsstörungen als Folge des sexuellen Missbrauchs).

Strafrechtsspezialist Martin Preslmayr: "Sie hat massive Depressionen, kann nicht schlafen, muss Medikamente nehmen. Und es ist ihr unmöglich mit anderen Männern eine Sexualgemeinschaft einzugehen. Auf gut Deutsch ist ihr Leben kaputt." Nach dem Gutachten erhöhte sich auch der Strafrahmen für den 52-jährigen Angeklagten: statt bis zu fünf Jahre Haft auf bis zu zehn Jahre Haft ("Heute" berichtete).

Am Dienstag ging es am Landesgericht Wiener Neustadt weiter. Der 52-Jährige wurde zu drei Jahren Haft verurteilt. Und: Das Opfer erhält 50.000 Euro Schmerzensgeld und der Angeklagte muss auch für etwaige weitere Schäden in Zukunft haften. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. (Lie)

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