Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (beide ÖVP) gaben bekannt, dass die bisher noch aufrechten Katastrophengebiets-Verordnungen in den Bezirken Tulln, St. Pölten-Land und im Magistrat St. Pölten Donnerstagabend aufgehoben werden.
"Die Hochwasser-Katastrophe hat in Niederösterreich gewaltige Schäden und großes Leid hinterlassen. Auch wenn wir nun die Katastrophengebiets-Verordnungen in allen Gebieten unseres Bundeslandes aufheben können, wird der Wiederaufbau das ganze Land noch viel Kraft, Ressourcen und Durchhaltevermögen kosten", betonte die Landeshauptfrau
Johanna Mikl-Leitner und Stephan Pernkopf, ließen es sich nicht nehmen im Zuge der Bekanntgabe neuerlich den Einsatzkräften zu danken. Ohne sie wäre die Katastrophe nicht zu bewältigen gewesen. "Über 93.000 Einsatzkräfte standen bisher im Einsatz, davon fast 60.000 Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr. Im Tullnerfeld laufen aktuell noch lokale Pumparbeiten, im Pielachtal werden noch Hänge stabilisiert", so Pernkopf.
Die Niederschläge der letzten Tage hätten laut Geologen keine zusätzliche Auswirkung auf die Hangrutschgefahr gehabt. "Deswegen können die bisher noch aufrechten Katastrophengebiets-Verordnungen ab heute Abend aufgehoben werden",
An nahezu allen Flüssen Niederösterreichs mussten 30-jährliche oder 100-jährliche Hochwasserabflüsse verzeichnet werden, an vielen Fließgewässern sogar weit über diesen Pegelwerten. Über 400 Gemeinden waren mit Unwetterschäden durch Flut und Sturm konfrontiert, in 52 Gemeinden sind mehr als 100 Objekte betroffen gewesen. Insgesamt waren landesweit mehr als 20.000 Objekte betroffen. Mehr als 75 Mio. Euro wurden bereits an Hilfszahlungen ausbezahlt.
Seit Samstag, 14. September waren die Bezirke Tulln, Krems, Horn und Zwettl Katastrophengebiete, seit Montag, 16. September das gesamte Landesgebiet. Am 19. September wurde die Katastrophenfeststellung in sieben Bezirken und drei Magistraten aufgehoben, weitere Bezirke folgten am 23. September.
Die Auszahlung der Hochwasser-Hilfen laufe laut Mikl-Leitner "mit hohem Tempo weiter. Stand heute wurden rund 75 Mio. Euro an die betroffenen Landsleuten und Betrieben ausbezahlt." Das Land wolle nun auch aus diesem Hochwasser-Ereignis für kommende Katastrophen lernen und habe dazu eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Univ.-Prof. Fritz Zibuschka eingerichtet, die dieses Ausnahme-Ereignis analysieren und daraus die Lehren ziehen soll.
Auch St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler bedankte sich bei den Einsatzkräften und erklärt: "Die Hochwasserkatastrophe hat in St. Pölten verheerende Schäden angerichtet. Die Einsatzkräfte der Stadt haben im engen Austausch mit dem Krisenstab unermüdlich versucht, den betroffenen Menschen schnellstmöglich zu helfen und damit Schlimmeres verhindert. Nach drei Wochen harter Arbeit konnten der Abwassernotstand in Pottenbrunn beendet, ein Großteil der Straßen und Parks wieder freigegeben und Gefahrenstellen gesichert werden".
Jetzt gelte es, die Schäden zu erheben und aufzuarbeiten. Niederösterreich müsse aber weiterhin an einem Strang ziehen und besonders jenen Menschen zur Seite stehen, die von der Katastrophe am härtesten getroffen wurden.