94,3 % Wiese, Wald!

Niederösterreich ist Land mit wenigster Versiegelung

Am 5. Dezember ist Tag des Bodens. Neue Zahlen belegen, dass NÖ das Land mit der geringsten Flächeninanspruchnahme und geringster Versiegelung ist.

Niederösterreich Heute
Niederösterreich ist Land mit wenigster Versiegelung
LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf freut sich über die neuen Zahlen zur Bodennutzung und –versiegelung.
Judtmann

Am 5. Dezember ist nicht nur der Krampustag, sondern internationaler Tag des Bodens. Dazu hat die Österreichische Raumordnungskonferenz die neuen Zahlen zur Bodennutzung und –versiegelung für alle Bundesländer veröffentlicht. Dabei sticht Niederösterreich besonders heraus.

Niederösterreich im Ranking weit vorne

"Niederösterreich ist das Land mit der geringsten Flächeninanspruchnahme und der geringsten Versiegelung. 7,36 Prozent des Dauersiedlungsraums sind versiegelt, damit liegt unser Bundesland gemeinsam mit dem Burgenland an der Spitze," so Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP). Der Österreich-Schnitt liegt bei 9,1 Prozent, hinter dem Burgenland (7 Prozent) und Niederösterreich kommen Oberösterreich (8,5 Prozent) und die Steiermark (9 Prozent), Schlusslicht sind Vorarlberg (17 Prozent) und Wien (46 Prozent).

Weitere Details: Niederösterreich besteht zu 94,3 Prozent aus Äckern, Wäldern, Gärten, Gewässern und Bergen, während 2,2 Prozent der Landesfläche für Gebäude und Betriebsanlagen und 3,3 Prozent für Schienen und Straßen genutzt werden. Pro Kopf sind in Niederösterreich 503m² versiegelt, dieser Wert liegt naturgemäß im wesentlich dichter besiedelten Wien niedriger. Doch das hat seine Gründe.

Wir gehen sparsam mit Grund und Boden um, denn wir brauchen ihn für die Produktion von Lebensmittel, für Wohnraum, Arbeitsplätze und natürlich als Lebensraum für Tiere und Pflanzen
LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf

"Schon historisch bedingt wurde in Wien und anderen Großstädten immer in die Höhe und sehr dicht gebaut, während man am weiten Land auch Platz für Bauernhöfe und produzierende Wirtschaft und Industrie findet. Anders gesagt: Das Land versorgt die Stadt mit Lebensmitteln und täglichen Gütern. Das braucht Platz und schlägt sich in der Statistik nieder," erklärt Pernkopf.

Betriebsgebiete werden auf 2 Hektar beschränkt

"Wir gehen sparsam mit Grund und Boden um, denn wir brauchen ihn für die Produktion von Lebensmittel, für Wohnraum, Arbeitsplätze und natürlich als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Deshalb sind bei uns neue Fachmarktzentren verboten und neue Parkplätze bei Supermärkten eingeschränkt worden. Als nächste Maßnahme werden nun neue Betriebsgebiete auf maximal 2 Hektar beschränkt oder müssen interkommunal gewidmet und betrieben werden, das heißt die Steuereinnahmen müssen aufgeteilt werden. Es soll keine Konkurrenz zwischen Nachbargemeinden um neue Betriebsgebiete entstehen, denn das bewirkt auch eine Konkurrenz um Grundstücke und Bodenverbrauch. Damit hilft diese Regelung nicht nur dem Bodenschutz, sondern auch kleinen Gemeinden ohne eigenen Wirtschaftsparks," skizziert Pernkopf die weiteren Schritte.

red
Akt.