Der in Niederösterreich aufgetretene Verdachtsfall einer Erkrankung an EHEC-Keimen wurde nicht bestätigt. Das habe der vorgenommene Test ergeben, teilte die NÖ Landeskliniken-Holding heute mit.
Der Patient, der gestern Nachmittag mit Symptomen einer Infektion ins Landesklinikum St. Pölten eingeliefert worden ist, sei in einem guten Allgemeinzustand, hieß es. Der Österreicher war stationär aufgenommen und isoliert behandelt worden. Er war erst kürzlich aus Deutschland zurückgekehrt. Der 24-jährige Waldviertler leide an einer "gewöhnlichen" bakteriellen Darminfektion.
Mehr GiftstoffeFür die zahlreichen Darminfektionen durch den EHEC-Erreger in Europa ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein neuer, noch nie zuvor entdeckter Stamm von E. coli verantwortlich. Die WHO erklärte heute, vorläufige genetische Untersuchungen hätten ergeben, dass der Stamm eine mutierte Form aus zwei E.-coli-Bakterien ist.
Die WHO-Expertin für Lebensmittelsicherheit, Hilde Kruse, sagte, ein solcher Stamm sei noch nie bei Patienten isoliert worden. Der neue Stamm weise Merkmale auf, die ihn mehr Giftstoffe produzieren ließen. Bisher hat EHEC in Deutschland mindestens 17 Menschen das Leben gekostet. Erst heute gab die Universitätsklinik in Hamburg bekannt, dass eine ältere Patientin an den Folgen einer Infektion mit EHEC-Bakterien gestorben sei.
Quelle noch nicht ermitteltIn Großbritannien sind sieben Menschen mit dem gefährlichen Darmkeim EHEC infiziert worden. Wie die Gesundheitsbehörde in London mitteilte, stehen die Fälle im Zusammenhang mit dem Ausbruch der Infektion in Deutschland. Drei der Infizierten hätten sich vor kurzem in Deutschland aufgehalten, bei den anderen handle es sich um deutsche Staatsbürger.
Die Suche nach der Quelle für die EHEC-Infektionen blieb bisher ohne Erfolg. Auch auf zwei weiteren in Hamburg getesteten Gurken haben Experten nicht den derzeit grassierenden Keim gefunden, sagte eine Sprecherin. Damit trugen zwar alle vier verdächtigen Gurken in Hamburg EHEC-Erreger - aber nicht den richtigen Erregertyp. "Die Quelle der anhaltenden Infektionen ist noch nicht ermittelt", erklärte der Präsident des Bundesinstituts, Andreas Hensel. "Es gilt weiterhin zu klären, an welcher Stelle in der Lebensmittelkette die Belastung mit Keimen erfolgt ist."
ImportstoppZudem ist zwischen Russland und der EU ein Konflikt um einen von Russland verhängten Importstopp für Gemüse aus allen EU-Ländern ausgebrochen. Russland hatte den Stopp wegen des EHEC-Keims verhängt. Der Leiter der russischen Verbraucherschutzbehörde, Gennadi Onischtschenko, sagte der Nachrichtenagentur Interfax, der Import-Stopp für frisches Gemüse sei Donnerstagfrüh in Kraft getreten. Die EU-Kommission forderte Russland nun zu einer Erklärung für die Verhängung eines Importstopps auf.
APA/Red.