Es ist nicht der erste offene Brief, den Wiens Pflichtschuldirektoren ausschicken. Nur wenige Tage zuvor warnten sie davor, dass immer mehr Schulleiter wegen "Dauerstress" und "permanenter Überlastung" kündigen würden. Nun beklagen sie die mageren Reaktionen, wie die "APA" berichtet.
Einzig ein Anruf aus der Bildungsdirektion sei eingegangen, schreiben die Vorsitzenden der Leiter*innen-ZAG, Karin Spahn und Herbert Nemetz. Bund, Land, Gemeinde, Bildungsdirektion und Magistratsabteilungen seien den Schulen gegenüber weisungsberechtigt. Doch sobald es darum ginge, Verantwortung zu übernehmen und "praxistaugliche Lösungen" zu finden, fühle sich niemand zuständig, so die Kritik.
Die Direktoren fordern erneut ein Treffen mit Ministerium, Stadt und Bildungsdirektion zur Umsetzung ihrer Forderungen – etwa mehr Unterstützungspersonal, die Einführung eines Mittleren Managements und die Wiedereinführung einer Klassenschülerhöchstzahl von 25 Kindern.
In ihrem ersten Brief beklagen die Pflichtschulleitungen nicht mehr um diejenigen kümmern könnten, für die sie eigentlich da sein sollten. Grund dafür seien Verwaltungsreformen, ohne ausreichenden Vorlauf eingeführte Verwaltungsportale und "überbordende Bürokratie ohne erkennbaren Mehrwert". Zusätzliche Probleme verursachen der Personalmangel auf allen Ebenen, immer mehr Kinder mit Entwicklungsdefiziten und viele Schüler mit nicht-deutscher Alltagssprache in "übervollen Klassen".
Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos) zeigt sich für einen Runden Tisch offen, solange das Bildungsministerium einen organisiere. Dort sei man bereit, wenn die Wiener Pflichtschuldirektoren weiterhin nicht mit der Stadt als Dienstgeber Gespräche führen könne. Aus Bundesschulen oder anderen Ländern seien außerdem ähnliche Probleme bekannt.