Nigel Farage, der Chef der britischen Rechtspopulisten Reform UK, hat am Sonntag überraschend seinen Sitz im Parlament niedergelegt.
Damit will er sich einer Nachwahl stellen und erneut für das Unterhaus kandidieren. Farage, der als treibende Kraft des Brexits gilt, reagiert damit auf die jüngsten Kontroversen rund um seine Person.
Im Zentrum der Kritik stehen nicht ordnungsgemäß deklarierte Unterstützungsleistungen von Farages langjährigem Verbündeten George Cottrell, der in der Vergangenheit wegen Betrugs verurteilt worden war.
Medienberichten zufolge soll Cottrell im Jahr vor Farages Wahl unter anderem Sicherheitsdienste und Personal für ihn organisiert und finanziert haben.
Wie "l'essentiel" berichtet, bestreitet Farage die Vorwürfe und betont, alle Regeln eingehalten zu haben.
Zudem wurde bekannt, dass er kurz vor seiner Wahl ins Unterhaus ein Geldgeschenk von fünf Millionen Pfund erhalten hatte, das ursprünglich nicht als Spende gemeldet wurde. Der Vorgang wird derzeit von der Parlamentsaufsicht geprüft.
Trotz der Skandale hat Farage weiterhin gute Chancen auf ein politisches Comeback. Seine Partei Reform UK liegt in den Umfragen vor der Labour-Partei und den Konservativen. Bei den letzten Regionalwahlen erzielte Reform UK deutliche Erfolge und setzte die etablierten Parteien unter Druck.
Für Farage ist dies nicht der erste Rücktritt aus taktischen Gründen. Bereits nach dem Brexit-Referendum 2016 hatte er die Führung der UKIP-Partei abgegeben, kehrte jedoch später an die Spitze der Brexit-Partei – heute Reform UK – zurück.
Zuletzt übernahm er kurz vor der Parlamentswahl 2024 erneut den Parteivorsitz, nachdem er sich zuvor bereits zurückgezogen hatte.