Nike-Kampagne mit Colin Kaepernick spaltet die USA

Die Liberalen feiern Nike, die Konservativen gehen auf den Sportartikelhersteller los. Grund dafür ist ein kontroverses Testimonial.

Mit den San Francisco 49ers bestritt Quarterback Colin Kaepernick bereits einen Superbowl (2013), für seine sportlichen Leistungen dürfte der Vorzeigeathlet aber weniger in Erinnerung bleiben, als für die politischen Querelen, die er während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 verursachte.

Zu Beginn eines Testspiels der 49ers blieb Kaepernick mit einem Knie auf dem Boden, als die Nationalhymne abgespielt wurde. Ein Skandal in der patriotischen NFL, der dem Quarterback inoffiziell den Job kostete. Das Knien ("kneeling") verstand er als Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt an Afroamerikanern; Donald Trump und seine Anhänger sahen darin hingegen nur eine Respektlosigkeit.

Kneeling verboten

Ab der kommenden Saison, die am 6. September mit der Begegnung zwischen den Philadelphia Eagles und den Atlanta Falcons beginnt, müssen sich die Spieler der National Football League für das Star-Spangled Banner erheben. Jeder Kniefall bedeutet eine Geldstrafe für das Team.

Ein paar Tage vor dem Ligastart sorgt nun ausgerechnet Nike für einen neuerlichen Eklat. Die druckfrischen Plakate des Sportartikelherstellers ziert das Konterfei Colin Kaepernicks, kombiniert mit dem Schriftzug "Glaube an etwas. Selbst wenn das bedeutet, dass du dafür alles opfern musst." Darunter ist der bekannte Nike-Slogan "Just Do It" zu lesen.

Zündler werden ausgelacht

Die Anspielung (für Gleichberechtigung kämpfen, selbst wenn es dich den Traumjob in der NFL kostet) ist überdeutlich. Zahlreiche Stars feiern Nike und Kaepernick dafür in den Sozialen Medien. Doch auch die Konservativen sind nicht untätig - sie verbrennen ihr Nike-Equipment und versprechen der Firma großspurig Milliardenverluste. So etwa John Rich von der Country-Band Big & Rich:





Nun reagieren die Befürworter der Kampagne wiederum auf die brennende Nike-Ausrüstung und machen sich über die Zündler lustig. Ob sich der Deal mit Kaepernick für das Unternehmen rentiert, bleibt abzuwarten, Publicity brachte das neue Testimonial jedenfalls en masse.

(lfd)

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