Nio-Chef William Li hat bei einer Europareise Rückzugsgerüchten eine klare Absage erteilt. "Wir glauben stark an das langfristige Wachstumspotenzial in Europa", sagte der Konzernchef des chinesischen Elektroautobauers.
Die Veränderungen bei Organisation, Standorten und operativen Strukturen seien kein Rückzug. Stattdessen wolle Nio seine europäische Präsenz auf eine wirtschaftlich tragfähigere Basis stellen.
Nach Angaben von Chip.de unter Berufung auf die Automobilwoche bleiben die Verkaufszahlen in Europa allerdings bescheiden: In Deutschland wurden im Mai, Juni und Juli jeweils nur drei Fahrzeuge neu zugelassen.
Die preislich unter Nio positionierte Familienmarke Onvo soll ebenfalls nach Europa kommen - allerdings später als geplant. Der ursprünglich für 2026 angekündigte Start wird nun erst für 2028 bis 2029 erwartet.
Immerhin ist Nio schon seit zehn Jahren mit einem Designzentrum in München vertreten. Das Unternehmen setzt weiter auf eigene Aktivitäten in ausgewählten Märkten sowie Kooperationen mit lokalen Vertriebspartnern.
Auch nach der Neuordnung will Nio seine europäischen Kunden weiter betreuen. Service, Garantie, Ersatzteilversorgung und vernetzte Dienste sollen entsprechend den zugesagten Auto-Lebenszyklen fortgeführt werden.
Künftig soll genauer geprüft werden, welches Produkt, welcher Markt und welches Investitionsmodell zusammenpassen. Die nächsten Schritte in Europa sollen in einem Tempo erfolgen, das nachhaltiges Wachstum ermöglicht.