"Nioh 2" auf PC im Test: Geiles Spiel, schwacher Port

"Nioh 2" ist auf dem PC erhältlich.
"Nioh 2" ist auf dem PC erhältlich.Entwickler
Auch PC-Gamer kommen jetzt in den Genuss des Soulslike-Games "Nioh 2". "Heute" hat sich durch die Dämonenhorden geschnetzelt.

"Nioh 2" spielt im Japan des 16. Jahrhunderts, in dem Geisterwesen wie Yokai und menschliche Schurken mit Waffen und Magie um Macht und Ruhm kämpfen. Anders als im gefeierten ersten Teil ist der Protagonist aber nicht der menschliche Kämpfer gegen die Dämonen, sondern selbst zur Hälfte einer der Yokai. Entsprechend kann er nicht nur wieder zu Schwert, Odachi und Co. greifen, sondern auch seine Dämonenkräfte anzapfen. Das Game ist nun als komplette Edition auf dem PC erhältlich.

"Nioh 2" ist auch keine klassische Fortsetzung, sondern ein Prequel des ersten Teils. Es spielt in der Sengoku-Zeit von etwa 1477 bis 1573. Im kriegszerrissenen Land mit Tausenden Toten wurden mächtige Dämonen zu den Schlachtfeldern gelockt, die vom Helden bekämpft werden wollen. Wieder wurden dazu die Regionen von "Nioh 2" ähnlich spektakulär, düster und atmosphärisch wie jene des Vorgängers inszeniert.

Wieder ist für alle Spielweisen etwas dabei: Phantome setzen auf Hinterhalte und Fernangriffe, Rohlinge suchen den Nahkampf und können leichter schwere Waffen nutzen und Wildlinge sind Meister darin, Attacken zu entgehen und blitzschnell zu kontern. Lange bleibt man allerdings nicht auf diese drei Dämonen beschränkt, denn im Lauf des Spiels kommen immer mehr dazu und eine getroffene Wahl ist hier nicht endgültig, sondern modifizierbar.

Noch mehr Spezialisierungen

Zwar nicht neu, aber gewachsen ist die Auswahl an Spezialisierungen, die man in "Nioh 2" leveln kann. Wieder gibt es acht levelbare Werte wie Herz, Stärke und Magie, die bestimmen, welche Waffen und Rüstungen man tragen kann und gleichzeitig, gegen welche Effekte man resistenter wird. So sorgt etwa Herz dafür, dass man Schwerter und Bögen beherrscht, über mehr Ki für Angriffe und Verteidigung verfügt und man beständiger gegen Feuereffekte wird.

Neben den Fähigkeiten, die nun noch stärker ineinander greifen, gibt es auch neue Waffen. Zu den bekannten Katana-Schwertern, Zweifach-Schwertern, Speeren, Äxten, Tonfas, Odachis und Kusarigamas kommen nun werfbare Doppel-Äxte und Sensen hinzu. Fernangriffe können weiter mit Bögen und Gewehren ausgeführt werden. Gleich geblieben sind die Angriffs-Positionen, die schon "Nioh" von Genre-Vertretern wie "Dark Souls" abgehoben haben. Angriffe können in niedriger, mittlerer oder hoher Haltung ausgeführt werden, was Schaden, Reichweite und Geschwindigkeit der Angriffe beeinflusst.

Dämonen-Kräfte statt "Living Weapon"

Zwar recycelt und passt "Nioh 2" viele Features des Vorgängers an, die spektakulärste Mechanik wurde aber gänzlich neu umgesetzt. Konnte man in "Nioh" einen Stoff namens Amrita sammeln, um mit ihm und dem eigenen Schutzgeist seine Waffe kurzzeitig in eine enormen Schaden bringende "Living Weapon" vor allem für Bosskämpfe zu verwandeln, wird das Letztere von "Nioh 2" gestrichen und durch eine zweiteilige Dämonen-Mechanik ersetzt. Diese setzt sich einerseits aus der Nutzung von Dämonen-Effekten, andererseits aus der vollständigen Verwandlung in einen Dämon zusammen.

Keine Grafik-Revolution

Grafisch wurde aufgerüstet, mit dem Hochglanz-Genre-Vertreter "Sekiro: Shadows Die Twice" kann man aber auch auf dem PC nicht ganz mithalten. Vor allem in Bosskämpfen mit über den Bildschirm sprühenden Effekten kommt es derzeit noch zu kleineren Rucklern, die schnell den Tod bedeuten können. Auch wirken die entfernten Umgebungen etwas schwammig und vor allem Gebäude recht grob und kantig. Klasse ist dafür, wie sich die Spielfigur mit jeder neuen Waffe und Ausrüstung auch optisch sehr verändert.

Selbst auf potenten Rechnern will das Game aber noch nicht ganz rund laufen. Texturen wirken zu oft verwaschen, im Hintergrund kommt es immer wieder zu Pop-ins. Der Hardware-Hunger ist enorm. Laut den Entwicklern benötigt man für 60 FPS bei 4K-Auflösung eine RTX 3070. Leider kommt es auf verschiedenen Setups immer wieder zu Einbrüchen der Framerate – geradezu fatal in einem Spiel, das Präzision und schnelle Reflexe erfordert. Man muss auf Patches hoffen.

Neu in der PC-Fassung sind Ultra-Wide-Support, Unterstützung für bis zu 120 FPS, zwei zusätzliche Waffentypen (Split Staff und Fäuste), der Endgame-Content "Underworld", mehr Schwierigkeitsgrade und sämtliche Boni der PS4-Version. Nicht fehlen dürfen in der kompletten Edition jedenfalls die DLCs "The Tengu's Disciple", "Darkness in the Capital" und "The First Samurai". Sie alle bieten mehr von der bewährten Kost und dürften Fans zufrieden stellen.

Fazit

"Nioh 2" ist auch auf dem PC ein grandioses Game, das auch etwas einsteigerfreundlicher als die "Souls"-Games ist. Der PC-Port ist leider nicht über die Maßen gelungen. Für den Hardware-Hunger wird nicht genug Grafik-Feuerwerk geboten und FPS-Probleme können unter Umständen den Bildschirm-Tod bedeuten.

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