NÖ: Jeder 9. Verkehrstote ist ein Fußgänger

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Erschreckende Bilanz des VCÖ: Seit dem Jahr 2010 kamen in Niederösterreich mehr als 100 Fußgänger bei Verkehrsunfällen ums Leben. Vor allem in der dunklen Jahreszeit ist aufgrund der schlechteren Sicht erhöhte Aufmerksamkeit und eine niedriges Tempo des Kfz-Verkehrs wichtig.

"Die Verkehrssicherheit für Fußgänger ist noch deutlich zu erhöhen", stellt der VCÖ fest. Seit dem Jahr 2010 kamen in Niederösterreich bereits mehr als 100 Menschen, die zu Fuß unterwegs waren, bei Verkehrsunfällen ums Leben.

Mehr sichere Gehwege und übersichtliche Straßenübergänge sind für die Sicherheit notwendig. Zwischen dem Jahr 2010 und dem 1. Halbjahr 2016 waren es genau 102 Menschen die ihr Leben beim Gang auf der Straße verloren.  Damit war jeder neunte Verkehrstote ein Fußgänger.

Heuer starben nach vorläufigen Zahlen bereits neun Fußgänger bei Verkehrsunfällen in Niederösterreich. Fußgänger. Besonders betroffen sind Kinder sowie Senioren, denn sie sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer. "Und auf die Schwächsten nimmt das heutige Verkehrssystem viel zu wenig Rücksicht", stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest.
Zu wenig Gehwege
In den Regionen fehlt es häufig an Gehwegen, etwa zwischen Siedlungen und dem nächstgelegenen Ort. Selbst Bushaltestellen sind nicht immer über einen Gehweg erreichbar, Schüler und andere Fahrgäste sind gezwungen entlang einer stark befahrenen Straße zur Bushaltestelle zu gehen. "Es braucht eine umfassende Sanierung der Infrastrukturen, um die Sicherheit für Fußgänger zu erhöhen", betont der VCÖ.

Im Ortsgebiet erhöht zu hohes Tempo des Kfz-Verkehrs das Unfallrisiko für Fußgänger und vor allem das Risiko schwerst oder gar tödlich verletzt zu werden. Dazu Fakten vom VCÖ: Wird ein Fußgänger mit 10 km/h von einem Auto angefahren, dann ist die Überlebenschance 97 Prozent, bei 30 km/h sinkt die Überlebenschance auf 90 Prozent und bei 50 km/h sogar auf 60 Prozent. "Wird ein Fußgänger mit 50 km/h angefahren, dann ist das mit einem Fall aus 10 Meter Höhe vergleichbar, macht VCÖ-Sprecher Gratzer aufmerksam.
Auf Senioren und Kinder Rücksicht nehmen
In der dunklen Jahreszeit nehmen vor allem schwere Fußgängerunfälle älterer Menschen zu. Der VCÖ weist darauf hin, dass die Zahl der älteren Menschen in den kommenden Jahren stark steigen wird. Deshalb sind Maßnahmen für ein seniorengerechtes Verkehrssystem nötig. Helle Kleidung und Reflektoren erhöhen die Sichtbarkeit.

Das Miteinander statt Gegeneinander muss gefördert werden, auch durch die Verkehrsplanung. Ein Positivbeispiel dafür sind Begegnungszonen. Der VCÖ spricht sich daher im Ortsgebiet für mehr Verkehrsberuhigung aus, insbesondere in Wohngebieten aus sowie für übersichtliche Straßenübergänge. Wichtig sind fußgängerfreundliche Ampelschaltungen, mit längeren Grünphasen und kürzeren Wartezeiten für Fußgänger.

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