Nobelpreisträger Ican & Co erhielten Auszeichnungen

Nobelpreisträger bekommen ihre Auszeichnungen
Nobelpreisträger bekommen ihre AuszeichnungenBild: Reuters

Am Todestag von Preisstifter Alfred Nobel wurden die Nobelpreise in Oslo und Stockholm übergeben. Ican ist ein Bündnis aus 450 Friedensgruppen und Organisationen, die sich seit Jahren für Abrüstung engagieren.

Die Verleihung des Friedensnobelpreises an ICAN, die weltweite NGO-Koalition für ein Verbot von Atomwaffen, ging am Sonntag über die Bühne. Die Preisträger in den sechs Kategorien nahmen die Auszeichnungen bei Zeremonien persönlich entgegen. Im schwedischen Stockholm trafen sie dabei König Carl XVI. Gustaf.

Der größte Erfolg der Kampagne mit Sitz im schweizerischen Genf ist ein UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen, der im Juli in New York unterzeichnet wurde und inzwischen von 122 Staaten unterstützt wird. Er verbietet Herstellung, Besitz, Einsatz und Lagerung von Atomwaffen. Allerdings hatten die neun Atommächte sowie fast alle Nato-Staaten – darunter Deutschland – die Verhandlungen boykottiert. Ihre Begründung: Da die Atommächte nicht teilnehmen, könnten die Verhandlungen nichts ändern.

Bei der Verleihung des Friedensnobelpreises im norwegischen Oslo bekam die Anti-Atomwaffen-Kampagne Ican die weltweit wohl bedeutendste Auszeichnung für ihre „bahnbrechenden Bemühungen um ein vertragliches Verbot solcher Waffen" (13.00 Uhr). Entgegennehmen wurde den Preis eine Überlebende des US-Atombombenangriffs auf Hiroshima. Die 85-jährige Setsuko Thurlow ging zusammen mit Ican-Direktorin Beatrice Fihn auf die Bühne. Weitere Überlebende sowie Menschen, die Atomtests erlebt haben, wollen im Publikum sitzen.

Ican hatte maßgeblich am UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen mitgewirkt, der im Juli unterzeichnet wurde und von mehr als 120 Staaten unterstützt wird. Die vermutlich neun Atommächte sowie fast alle Nato-Staaten - auch Deutschland - tragen ihn allerdings nicht mit.

Aufgrund der unermüdlichen Aktivitäten von ICAN und besonders engagierten Staaten wie Österreich, kam es heuer zu Vertragsverhandlungen im Rahmen der UNO, die am 7. Juli 2017 mit der Annahme des Atomwaffenverbotsvertrages durch 122 Staaten erfolgreich abgeschlossen wurden.

"In dieser Weltlage, die uns allen leider allzu deutlich die Gefahr eines Atomkrieges in Erinnerung ruft, kommt aus Oslo ein dringend benötigtes Signal: eine Welt ohne Atomwaffen ist eine Notwendigkeit. Der erste Schritt dazu ist der Verbotsvertrag", so Sebastian Kurz.

„Unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit ICAN geht weiter", erklärte der Außenminister: „Unser nächstes gemeinsames Ziel ist klar: der neue Vertrag soll möglichst bald wirksam werden und möglichst viele Staaten sollen ihm beitreten." Die anhaltend starke Unterstützung durch die internationale Staatengemeinschaft zeigt sich auch daran, dass die Generalversammlung der Vereinten Nationen jüngst eine von Österreich initiierte Resolution zum Atomwaffenverbotsvertrag mit der großen Mehrheit von 125 Stimmen angenommen hat.

(red)

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