Noch immer keine Konzerte: Wieso schweigt Lunacek?

Staatssekretärin Ulrike Lunacek verliert kein Wort darüber, wie man der Kultur-Szene helfen könnte.
Staatssekretärin Ulrike Lunacek verliert kein Wort darüber, wie man der Kultur-Szene helfen könnte.picturedesk
Die Kultur-Szene erhöht den Druck. Noch immer scheint es keine klaren Lösungen für Musik und Theater zu geben. 

Seit Mitte März sind alle Kultur-Veranstaltungen verboten. Langsam aber sicher öffnen zumindest Museen. Konzerte, Kabaretts und Theater gibt es aber weiterhin nicht. Wie lange aber noch? Das fragt sich die Kultur-Szene weiterhin. 

Das Verständnis fehlt allmählich. Immer mehr Künstler melden sich zu Wort und kritisieren vor allem die kulturverantwortlichen Regierungsmitglieder Werner Kogler und Ulrike Lunacek. Besonders die Kulturstaatssekretärin ist im Visier. Denn in ihrer Pressekonferenz Mitte April gab sie kein gutes Bild ab. Sie lobte die gratis Balkon-Konzerte und verkündete zeitgleich, dass Proben für die Kultur-Szene erlaubt seien - sofern man die 20 Quadratmeter-pro-Person-Regel einhält. Ein Ding der Unmöglichkeit.

Kein Wort

Seitdem ist es still geworden um die Kulturstaatssekretärin. Und sie wurde auch still. Es wurden keine Lösungen geliefert, geschweige den Ansätze. Kabarettist Lukas Resetarits sprach am Montag in der ZiB2 von "Respektlosigkeit". Pikant: Er war zunächst gar nicht zum Interview eingeladen. Tatsächlich hätte Ulrike Lunacek ein Gespräch mit Armin Wolf führen sollen. Sie sagte jedoch ab.

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Dass nicht nur die Kulturschaffenden in Österreich mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben, versteht sich von selbst. So bot Frankreich einen Notplan mit 22 Millionen Euro für die Szene an. Diese erklärte, dass das nicht mal ein Tropfen aus dem heißen Stein sei. 

Tipps und Tricks - aber es bleibt still

Bayern hingegen scheint ein Vorstoß gelungen zu sein: Dort bekommt jeder Künstler drei Monate lang 1.000 Euro bedingungslos, sofern man in der Künstlersozialkasse erfasst ist. 

Kritische Stimmen gegenüber Lunacek gibt es sogar aus der heimischen Politik. Der ehemalige Kulturminister und aktuelle SPÖ-Kultursprecher Thomas Drozda sieht einen entscheidenden Fehler: Man habe die Künstler der Wirtschaftskammer übergeben. Diese wisse aber nicht, was Künstler überhaupt brauchen. Er schlägt vor, dass man mehr Finanzhilfen über Verwertungsgesellschaften ausschüttet.

Auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) orter "einige konkrete Problemfelder" bei den Corona-Hilfsmaßnahmen für die Kultur. Sie richtete sich in einem fünfseitigen Brief direkt an die Staatssekretärin und betonte, dass die "lebendige und aktive Kulturlandschaft existenziell bedroht" sei. Sie wünscht sich klare Antworten auf die Probleme der Kulturschaffenden und eine langfristige Strategie. 

Auch in dem Fall gab es aber keine Antwort von Ulrike Lunacek. Sie schweigt weiterhin. Die Frage, die sich mittlerweile nicht mehr nur die Kulturszene stellt ist: Wie lange noch?

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