Norbert Hofer erstaunt im ORF mit Prostituierten-Sager

FPÖ-Chef Norbert Hofer
FPÖ-Chef Norbert HoferROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com
FPÖ-Chef Norbert Hofer war am Sonntag zu Gast in der ORF-Pressestunde. Er kritisierte die Arbeit der Regierung in der Pandemie – mit markigem Sager.

Lange Zeit plätscherte die Fernseh-Pressestunde am Sonntag in gewohnter Form dahin. FPÖ-Chef Norbert Hofer war zu Gast bei Simone Stribl (ORF) und Doris Vettermann von der "Kronen Zeitung". Als dann die Sprache auf die aktuelle Corona-Situation in Österreich und die Performance der Bundesregierung kam, wurde Hofer emotional und sorgte für Lacher. 

Zuerst stellte der Chef der Blauen klar: "Es soll keinen weiteren Lockdown geben." Der ehemalige Bundespräsidentschaftsbewerber sei viel mehr für "alle evidenzbasierten Maßnahmen, die ein normales Leben ermöglichen". Seine triste Prognose jedoch: "Die Zahlen steigen wieder, in einiger Zeit machen wir wieder zu." Das Virus-Management von Türkis-Grün beäugt er sehr kritisch. Vor allem die Masken- und Testpflicht für Kinder in Schulen und der Gastro-Shutdown machen Hofer zu schaffen.

Gleich zwei Mal zog er einen polemischen Vergleich: "Warum ist ein Hausbesuch von einer Prostituierten möglich, aber ein Schnitzel essen beim Wirten ums Eck nicht?"

Hofer ärgert sich auch, dass man "die Menschen wegdrängt". Konsequenz: "60 Prozent der Ansteckungen kommen aus dem privaten Raum, wo es keine Regeln gibt".

"Maske nicht vorgeschrieben"

Auf die Frage, warum blaue Abgeordnete im Parlament keine FFP2-Maske tragen und ob die Vorbildwirkung dies nicht gebieten würde, erklärte Hofer: "Die Maske ist im Parlament nicht vorgeschrieben, daher kann man niemanden kritisieren, der sie nicht trägt." Darüber hinaus wären auf Initiative Wolfgang Sobotkas hin Plexiglasscheiben um teures Geld montiert worden; im FP-Parlamentsklub gebe es darüber hinaus nicht mehr Corona-Fälle als sonst wo. "Schöner" als Maskentragen im Hohen Haus wäre für Hofer,  "wenn die Abgeordneten nicht die ganze Zeit mit dem Handy spielen oder Zeitung lesen würden".

"Lasse starke Persönlichkeiten zu"

Am Ende des Gesprächs blieb Hofer eine Antwort schuldig – nämlich jene auf die Frage, ob er noch einmal als Hofburg-Kandidat zur Verfügung steht. "Ich weiß ziemlich genau, was ich vorhabe, aber ich werde dann, wenn es so weit ist, meine Entscheidung bekanntgeben", wich er aus. Ob Herbert Kickl ihm einmal nachfolgen werde? "Ich lasse starke Persönlichkeiten neben mir zu, wer Nachfolger wird, entscheidet die Partei", so Hofer, der sich nicht über Anspielungen auf die Avancen und Beliebtheitswerte bei FP-Wählern von Kickl aus der Ruhe bringen ließ.

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