89 Südkoreaner sind am Montagmorgen vom Küstenort Sokcho nach Nordkorea aufgebrochen. Dort wollen sie ihre seit dem Koreakrieg (1950-53) getrennt von ihnen lebenden Verwandten treffen.
In einem Ferienresort im nordkoreanischen Diamantengebirge werden die Familien, die de facto keine Möglichkeiten zum Kontakt haben, bis zum Mittwoch rund elf Stunden miteinander verbringen können. Es ist die erste Familienzusammenführung seit 2015.
130.000 sind registriert
Für diese staatlich organisierten Treffen, die es seit 1985 mit Unterbruch gibt, müssen sich die Familien auf eine Warteliste setzen lassen. Schon mehr als 17.000 Südkoreaner haben laut "Washington Post" an den mehr als 20 Treffen teilgenommen, doch mehr als 130.000 haben sich registriert. Über die Hälfte der Registrierten ist bereits tot. Und für alle anderen wird die Zeit allmählich knapp: Die meisten derjenigen, die noch immer auf ein Wiedersehen hoffen, sind inzwischen über 80 Jahre alt.
Die koreanische Halbinsel ist seit dem Ende des Korea-Kriegs 1953 geteilt. Das abgeschottete Nordkorea wird totalitär geführt und gilt als einer der am schwersten zugänglichen Staaten der Erde. Südkorea ist dem westlichen Beispiel gefolgt und wird demokratisch regiert.
(red)