Nordkorea scheitert mit Raketentest zu Ostern

Nordkorea hat einen erneuten Raketentest unternommen. Dieser sei aber fehlgeschlagen, sagen das südkoreanische und das US-Militär am Ostersonntag.

Die Rakete sei in der Nähe von Sinpo an der Ostküste Nordkoreas abgefeuert worden, gab das Büro der Vereinigten Stabschefs Südkoreas bekannt. Dem US-Pazifikkommando zufolge sei das Geschoß „fast sofort" nach dem Abschuss „explodiert".

Südkorea reagiert

Als Zeitpunkt des Raketenstarts wurde 23.21 Uhr (MESZ) am Samstag angegeben. Um welche Art von Rakete es sich gehandelt habe, werde noch geprüft. Experten spekulieren, dass es sich um eine Mittelstreckenrakete vom Modell KN-15 handeln könnte. Denselben Typus feuerte die nordkoreanische Armee bei einem Test am 5. April von der Küstenstadt Sinpo ab. Das Geschoß flog 60 Kilometer, bevor es im Japanischen Meer versank.

Man werde „entschieden" gegen weitere Provokationen reagieren, hieß es in einer Stellungnahme aus dem südkoreanischen Präsidentenamt. Sollte Nordkorea einen weiteren Nukleartest oder anderweitige Provokationen unternehmen, würde man mit „ernsthafte Strafmaßnahmen" reagieren. Unmittelbar nach dem gescheiterten Test berief die Regierung Südkoreas eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates ein.

Trump über Raketentest gebrieft

Der Vorfall ereignete sich nur wenige Stunden, bevor US-Vizepräsident Mike Pence zum Auftakt seiner zehntägigen Asienreise in Südkorea eintraf. Pence sei auf dem Weg dorthin über den Raketentest informiert worden und in Kontakt mit US-Präsident Donald Trump, teilte das US-Präsidialamt mit.

Am Samstag hatte das kommunistische Regime im Zuge der Feierlichkeiten zum „Tag der Sonne" den USA Vergeltungsmaßnahmen angedroht, sollten die „Provokationen" nicht eingestellt werden. Bei der Parade - dem 105. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung und Großvater von Machthaber Kim Jong Un - präsentierte das Militär neue Langstrecken- und U-Boot-gestützte Raketen.

Als Demonstration militärischer Stärke entsandte Trump einen Flottenverband mit dem US-Flugzeugträger „USS Carl Vinson", der an diesem Wochenende nahe der koreanischen Halbinsel in Position gehen sollte. UNO-Resolutionen untersagen Nordkorea den Abschuss ballistischer Raketen. Das Regime hat das mehrmals missachtet. (mle)

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