Nordkorea will den US-Soldaten ausweisen, der im Juli das Land betreten hat. Die offizielle Nachrichtenagentur meldete am Mittwoch, dass die nordkoreanischen Behörden die Befragung des Gefreiten Travis King abgeschlossen hätten. Er habe gestanden, illegal in den Norden eingereist zu sein, weil er "Abneigung gegen unmenschliche Misshandlung und Rassendiskriminierung" innerhalb der US-Armee hege.
Die Agentur sagte nicht, wann die Behörden King ausweisen wollen. King war im Juli in den Norden eingedrungen, als er die südliche Seite eines Dorfes besuchte.
Nach der spektakulären Flucht des 23 Jahre alten US-Soldaten Travis King nach Nordkorea kamen über den jungen Deserteur immer neue Details ans Licht. So soll der Kavallerie-Aufklärer der ersten US-Panzerdivision im Rang eines gewöhnlichen Soldaten wegen einer schweren Prügelei in einem Nachtclub in Seoul 50 Tage in Haft verbracht haben.
Er war auch angeklagt, nach seiner Festnahme durch südkoreanische Polizisten wiederholt gegen deren Einsatzfahrzeug getreten und die Beamten wüst beschimpft zu haben. Zudem war er zu einer Strafe von gut 3600 Euro verdonnert worden. Erst am 10. Juli wurde er aus der Haft entlassen und unter US-Beobachtung gestellt.
Nach seiner Entlassung aus der Haft sollte er Mitte Juli nach Fort Bliss in Texas zurückgeschickt werden. Stattdessen verließ er kurz vor dem geplanten Abflug in die USA den Airport in Südkorea, schloss sich einer Reisegruppe für eine Tour zum Grenzort Panmunjom an und floh nach Nordkorea. Er ist der erste Amerikaner seit fast fünf Jahren, den das weithin isolierte Land festhält. Medienberichten zufolge wollte er in Nordkorea ein Visum beantragen.