Kredite aufgenommen, Haus weg

Notstandshilfe – Frau verliert 350.000 Euro

Eine Frau aus Tirol überwies über Jahre mehr als 350.000 Euro an vermeintliche Online-Liebhaber in den USA – eine Angehörige verkaufte sogar ihr Haus.
André Wilding
25.04.2026, 18:33
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Bereits im Jahr 2024 wurde gegen eine heute 57- jährige Frau aus dem Bezirk Kufstein aufgrund auffälliger Geldüberweisungen in Höhe von mehreren hunderttausend Euro an verschiedene Drittkonten wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt.

Im Visier der Polizei

Ende des Jahres 2025 geriet die Frau erneut ins Visier der Polizei, nachdem innerhalb eines Jahres wieder weitere Überweisungen in der Gesamthöhe von über 170.000 Euro an unterschiedliche Drittkonten im In und Ausland festgestellt worden sind.

Nach monatelangen Ermittlungen durch die "Task Force Sozialleistungsbetrug" stellte sich schließlich heraus, dass diese Frau nicht Verdächtige, sondern Opfer eines Trickbetruges geworden ist.

Emotionale Beziehung

Im Zeitraum von 2021 bis 2026 überwies die Geschädigte regelmäßig Geldbeträge an Internetbekanntschaften, die sie über eine Dating-Plattform auf Facebook kennengelernt hatte. Einmal gab sich diese als ein US-Soldat im Einsatz in Afghanistan, ein anderes Mal als Schauspieler einer bekannten US-Krimi-Serie aus.

Beide bauten über Jahre hinweg eine emotionale Beziehung zu der Frau auf. Trotz jahrelanger Liebesbekundungen kam es nie zu einem persönlichen Treffen. Geldforderungen wurden wiederholt mit angeblichen Zollproblemen, angeblicher Haft sowie familiären Notlagen begründet.

Angehörige verkaufte ihr Haus

Nach bisherigem Kenntnisstand wurden seit 2021 bereits über 350.000 Euro überwiesen. Das Muster entspricht einem klassischen Love-Scam-Betrugsfall. Das Opfer, das seit Jahren Notstandhilfebezieherin ist, hat vorerst ihr eigenes Vermögen aufgewendet und Kredite aufgenommen.

Nachdem sie über kein Guthaben mehr verfügte, half ihr eine Angehörige aus, die ihr Haus samt Grundstück dafür verkaufen musste.

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