NPD-Mann gewählt, weil er Mails schreiben kann

Große Empörung im deutschen Hessen. Dort ist der Vizechef der NPD ein Ortsvorsteher. Der Grund dafür könnte banaler nicht sein.

Man hätte keine Alternative gehabt. Stefan Jagsch sei jung und kenne sich mit Computern aus und könne Mails verschicken. Das ist tatsächlich die Antwort des CDU-Abgeordneten Norbert Szielasko auf die Frage, weshalb er den NPD-Politiker am Donnerstag zum Ortsvorsteher wählte.

Mittlerweile zeigen sich alle anderen Parteien entsetzt über die Wahl. Bundespolitiker reagieren bestürzt und können nicht verstehen wie das passieren konnte. Die SPD fordert beispielsweise, dass die Wahl rückgängig gemacht wird: "Wir kooperieren nicht mit Nazis! Niemals! Das gilt im Bund, im Land, in den Kommunen." Der Vizechef der Roten schreibt auf Twitter: "Man weiß gar nicht, ob einen die Dummheit oder die Dreistigkeit dieses Vorgangs mehr erschüttern soll."

Konsequenzen gefordert

Der hessische CDU-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Peter Tauber, forderte personelle Konsequenzen. "Wem der politische und moralische Kompass fehlt und als Demokrat eine solch verantwortungslose Wahlentscheidung trifft, ist in der CDU und auf einer CDU-Wahlliste untragbar", twitterte er.

Marco Buschmann, Parlamentsgeschäftsführer der FDP, bezeichnet die Wahl als "doppelt schlimm". Einerseits verstehe er nicht, wie man "so jemanden" wählen kann. Andererseits begreife er nicht, weshalb sich "kein demokratischer Kandidat" bereit erklärte, die Aufgabe zu übernehmen.

Im Kreisverband kündigte man bereits Konsequenzen an. Wie diese aussehen sollen ist aber noch nicht klar.

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