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NSA hat auch Österreich flächendeckend abgehört

Heute Redaktion
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In Österreich dürfte die NSA genauso Telefonate erfassen und überwachen wie in anderen Ländern. "Die Überwachung von internationalen Kommunikationsverbindungen ist gängige Praxis," so ein ehemaliger US-Agent in einem Interview des Nachrichtenmagazins "profil".

In Österreich dürfte die NSA genauso Telefonate erfassen und überwachen wie in anderen Ländern. "Die Überwachung von internationalen Kommunikationsverbindungen ist gängige Praxis," so ein ehemaliger US-Agent in einem Interview des Nachrichtenmagazins "profil".

Abhörstation in Wien

Der ehemalige US-Agent Thomas Drake meint nach den jüngsten Enthüllungen von Whistleblower , es sei ganz konkret davon auszugehen, dass die NSA in Wien eine Abhörstation betreibt: "Vienna & Annex" ("Wien und Anhang") heißt es auf einem streng geheimen Standortplan einer amerikanischen Geheimdienst-Sondereinheit. Vorige Woche ist das Papier aufgetaucht. "Annex" ist in der Legende als "Unmanned Remote" ("unbemannt ferngesteuert") ausgewiesen.

Unter dem Schutz der Botschaft

"Die Bezeichnung 'Annex' ist fast immer ein Euphemismus für aktive Operationen, die unter dem Deckmantel der jeweiligen Botschaft laufen", erläutert Drake: "'Unmanned Remote' bedeutet üblicherweise, dass die Ausrüstung nicht von physisch anwesenden Personen bedient werden muss, sondern ferngesteuert werden kann. Im gegebenen Zusammenhang ist das meistens eine Abhörstation oder ein Überwachungszugang."

Zuletzt war bekannt geworden, dass mit Hilfe der US-Botschaft in Berlin überwacht wird.

Grüne wollen EU-Asyl für Snowden

Und die Grünen fordern unterdessen einmal mehr Asyl für den NSA-Aufdecker Snowden in der EU. Andernfalls oute sich "die europaweite Empörung über die NSA-Spionageskandale als inhaltsleeres, kraftloses Getöse, auch gegenüber den USA", so die Grünen. Snowden habe viel riskiert, nun müsse die EU ihn schützen.

Drittel der Österreicher fühlt sich beobachtet

Einer "profil"-Umfrage zufolge gehen 32 Prozent der befragten Österreicher davon aus, schon einmal beim Telefonieren abgehört worden zu sein. Die Mehrheit von 64 Prozent glaubt nicht, dass ihr Telefon jemals angezapft wurde. Vier Prozent der Befragten wollten dazu nichts sagen.