Nun geht auch die Stadt Tulln gegen Gelsen vor

Martin Bayer vom Bauhof Tulln, Stefan Gotthart von der Abteilung Umwelt & Wasserwirtschaft der Stadtgemeinde Tulln und Burgermeister Peter Eisenschenk bei der Gelsenbekämpfung im Wasserpark.
Martin Bayer vom Bauhof Tulln, Stefan Gotthart von der Abteilung Umwelt & Wasserwirtschaft der Stadtgemeinde Tulln und Burgermeister Peter Eisenschenk bei der Gelsenbekämpfung im Wasserpark.Bild: Stadtgemeinde Tulln
Ökologische Gelsenbekämpfung nach regenreichem Mai: Nicht nur entlang der March, auch in Tulln setzt man nun Maßnahmen gegen Gelsen.
Das professionelle „Gelsenmanagement" ist in Tulln derzeit in vollem Gange – denn der starke Regen im Mai hat die Verbreitung der lästigen Insekten heuer stark begunstigt. In manchen Regionen in NÖ war sogar schon der Hubschrauber im Einsatz ("Heute" berichtete).

Ebenso wie bei der Grunraumpflege arbeitet die Gartenstadt auch hier rein ökologisch: Die Brutstätten werden mit dem Eiweißpräparat BTI (Bacillus thuringensis israelensis) behandelt, um die Verbreitung so gut wie möglich einzudämmen. Auch Privathaushalte können mit kleinen Maßnahmen einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion der Gelsen leisten.

Das aktive „Gelsenmanagement" der Stadtgemeinde Tulln wird seit vielen Jahren gefuhrt und laufend optimiert. Nach dem anhaltenden starken Regen in Mai ist es heuer besonders gefordert.

Evaluierung und gezielte Maßnahmen

Die größten Brutstätten der Gelsen werden laufend evaluiert – konkret befinden sich die größten „Larven-Zonen" vor allem in der Au nördlich der Donau, aber auch in kleineren Bereichen des Aubades und des Wasserparks. Nach der Evaluierung der Brutstätten hat die laufende und ökologische Eindämmung der Gelsenplage schon im April begonnen, lange bevor die ersten Gelsen zu summen begonnen haben. Wie auch in den letzten Jahren wird das bewährte Eiweißpräparat BTI verwendet.

CommentCreated with Sketch.9 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Bazillus gegen Gelsenlarven

Das Mittel wird mit Wasser vermischt und von den Mitarbeitern des Bauhofes gezielt mit Spritzen in den Brutstätten ausgebracht. Das Eiweißpräparat geht gegen Gelsenlarven vor: Bereits nach nur wenigen Stunden bilden sich im Magen der Larve Enzyme, welche zum deren Absterben fuhren. Der große Vorteil dieses rein naturlichen Stoffes ist, dass er ausschließlich bei den Gelsenlarven zum Absterben fuhrt und ansonsten fur Fauna und Flora unschädlich ist. Selbst fur Kleinorganismen, welche bereits infizierte Larven verzehrt haben, soll das Präparat ungefährlich sein.

Wie viel Arbeit fur diese Maßnahme notwendig ist, kann man sich bei folgenden Zahlen vorstellen: Pro Jahr werden 20 Kilo des Mittels verbraucht, wobei nur drei bis vier Esslöffel fur 20 Liter des mit Wasser angemischten Mittels notwendig sind.

Mit durchdachtem Konzept gegen Gelsenplage

Da sich das naturliche Hochwasser in der Au und somit auch die Brutstätten der Gelsen von Jahr zu Jahr ändern, ist eine laufende Überwachung und Kontrolle notwendig. „Wir arbeiten daran, die Gelsenlarven so gut wie möglich zu reduzieren, damit die Lebensqualität fur unsere Burger und Gäste erhalten bleibt. Damit wir unsere Natur aber auch in Zukunft genießen können, verwenden wir dafur nur rein biologische Mittel. Eines muss uns aber bewusst sein: Das massenhafte Vorkommen von Gelsen nach intensiven Regenfällen ist an sich ein normales naturliches Phänomen und unsere Maßnahmen können die Population nicht gänzlich eleminieren. Mein besonderer Dank gilt den Kollegen vom Bauhof, die nicht selten bei dieser schweißtreibenden Arbeit von Gelsenschwärmen attackiert werden.", erklärt Burgermeister Peter Eisenschenk (VP).

Tipps gegen die Gelsenplage

• stehendes Wasser in Gärten (z.B. Regenwasser-Tonnen) entleeren – bzw. mit einem Fliegengitter versehen – und dadurch Brutstätten reduzieren

• bei massivem Aufkommen können rund um Gartenteiche auch naturliche Mittel aufgebracht werden (BTI ist in Kleinmengen beim Bauhof erhältlich)

(wes)

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