Umstrittene Spiele

Nur ein Weltrekord bei der "Doping-Olympiade"

Der griechische Schwimmer Kristian Gkolomeev kraulte die 50 Meter so schnell wie kein Mensch zuvor. Allerdings halfen (wohl) verbotene Substanzen.
Sport Heute
25.05.2026, 11:01
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Bei den umstrittenen "Enhanced Games" in Las Vegas ist erstmals ein Weltrekord gefallen. Der griechische Schwimmer Kristian Gkolomeev kraulte die 50 Meter Freistil in 20,81 Sekunden – und blieb damit knapp unter der bisherigen Bestmarke von 20,88 Sekunden.

Offiziell anerkannt wird die Zeit aber nicht. Der Grund: Bei den Enhanced Games dürfen (und sollen) die Teilnehmer leistungssteigernde Substanzen verwenden. Der Bewerb ist daher als "Doping-Olympiade" bekannt.

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"Ich mache weiter. Vielleicht breche ich ihn nächstes Jahr noch einmal", sagte Gkolomeev. Der Grieche nahm zwischen 2012 und 2024 viermal an Olympischen Spielen teil. Auch über 100 Meter Freistil war er der Schnellste.

Die Wettkämpfe gingen in der Nacht auf Montag in einer eigens errichteten Arena in Las Vegas über die Bühne. Insgesamt standen 18 Bewerbe in den Sparten Schwimmen, Leichtathletik und Gewichtheben auf dem Programm. 42 Sportler waren am Start, Österreicher waren nicht dabei.

Mit Hunter Armstrong (Schwimmen), Ben Proud (Schwimmen) und Fred Kerley (Leichtathletik) waren auch drei Medaillengewinner der Olympischen Spiele 2024 in Paris dabei. Alle drei holten bei einem ihrer zwei Starts den Sieg. Spannend: Armstrong und Kerley betonten laut Veranstaltern, keine leistungssteigernden Mittel genommen zu haben. Kerley ist allerdings seit August 2025 wegen versäumter Dopingtests gesperrt.

"Die müssen sich mehr anstrengen, ein bisschen härter trainieren. Sich ein bisschen mehr reinhängen", scherzte Kerley nach seinem Sieg über 100 Meter. Der US-Amerikaner gewann in 9,97 Sekunden vor dem Liberianer Emmanuel Matadi (10,05). Auf den Weltrekord des Jamaikaners Usain Bolt (9,58) fehlten knapp vier Zehntelsekunden.

Die Organisatoren schütten insgesamt 25 Millionen US-Dollar aus. Für einen Weltrekord winkt bis zu eine Million Dollar, für einen Sieg 250.000 Dollar.

Die "Enhanced Games" sind ein neues Sportevent, das sich bewusst gegen die bisherigen Anti-Doping-Regeln stellt. Anders als bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften dürfen die Athleten dort leistungssteigernde Mittel verwenden. Die Veranstalter bewerben das Konzept als "Sport der Zukunft" und argumentieren, dass Doping im Spitzensport ohnehin weit verbreitet sei. Statt Verboten setzen sie auf medizinische Überwachung und Transparenz.

Hinter den Enhanced Games stehen Unternehmer und Investoren, darunter der australische Geschäftsmann Aron D’Souza. Unterstützt wird das Projekt auch von mehreren Tech-Millionären aus dem Silicon Valley. Ziel der Veranstalter ist es, mit hohen Preisgeldern und spektakulären Leistungen Aufmerksamkeit zu erzeugen. Kritiker warnen allerdings vor gesundheitlichen Risiken und sprechen von einem gefährlichen Signal für den Sport.

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