Nur jede zweite Frau wechselt vom Beruf in die Pension

Vor allem im Pflegebereich kann sich kaum eine Frau vorstellen den Job bis zur Pension auszuüben
Vor allem im Pflegebereich kann sich kaum eine Frau vorstellen den Job bis zur Pension auszuübenRobert Newald / picturedesk.com
Nur 48 Prozent der Frauen wechseln von ihrer Erwerbstätigkeit direkt in die Pension. AK und ÖGB warnen vor der Anhebung des Pensionsalters.

Die Corona-Krise wird man am Jobmarkt noch länger spüren. Der ÖGB stellte dahingehen einen 5-Punkte-Plan vor. Als erste Forderung soll Arbeitszeit besser verteilt werden. Weiters möchte man Arbeitsmarktpolitik aktiv vorantreiben mit Hilfe von Arbeitsstiftungen. Als dritter Punkt steht die Ausbildung von FacharbeiterInnen im Fokus. 

Frauen eher von Krankheit oder Arbeitslosigkeit betroffen

Zudem soll das Arbeitslosengeld auf 70 Prozent Nettoersatzrate erhöht werden, um den privaten Konsum anzukurbeln. Als fünfter Punkt soll die Öffentliche Hand gestärkt werden. Der ÖGB fordert einen Comeback-Beteiligungsfonds, also eine staatliche Beteiligungsgesellschaft, mit welcher Unternehmen die Phase nach Auslaufen der Hilfen und Stundungsmöglichkeiten überbrücken können.

Vor allem für Frauen gestaltet sich die Situation besonders schwierig. Laut einer aktuelle Studie der Arbeiterkammer bleibt nur die Hälfte bis zur Pension im Beruf. Die andere Hälfte ist entweder von Arbeitslosigkeit oder Krankheit betroffen oder scheidet aufgrund einer Pflegetätigkeit in der Familie frühzeitig aus dem Erwerbsleben aus.

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"Das macht uns große Sorgen. Diese Probleme werden durch die Anhebung des Pensionsantrittsalters noch dringender. Hier müsse man gegensteuern und Möglichkeiten bieten, dass Frauen bis zur Pension gut und gesund arbeiten können", erklärt ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende Korinna Schumann im "Ö1-Morgenjournal".

Pflegeberuf attraktiver machen

Nur die Hälfte der Frauen über 45 kann sich nicht vorstellen bis zur Pension in der Branche zu arbeiten, in der sie tätig sind. "Die Politik ist hier gefordert, wir brauchen eine Arbeitsmarktpolitik für Frauen die ihnen Chancen gibt. Formen der Stiftungen sind eine Möglichkeit, es muss auch in Langzeitarbeitslose investiert werden, aber auch in Betriebe. Weiters brauchen wir bessere Anrechnungen der Kindererziehungszeiten und Arbeitszeitverkürzung. Wir dürfen nicht vergessen: Jede zweite Frau arbeitet Teilzeit", so Schumann.

Vor allem in der Pflege kann sich kaum eine Frau vorstellen den Job bis zur Pension auszuüben, da er mit enormen Belastungen verbunden ist. "Das ist auch eine Frage der Arbeitsbedingungen, wir müssen den Pflegeberuf attraktiv machen, eine bessere Bezahlung einführen", so die ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende

Die Erhöhung des Frauenpensionsalters startet ab 2024. "Wir als Gewerkschaft haben immer darauf hingewiesen, dass die Rahmenbedingungen zischen Beruf Familie verbessert werden müssen."

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