Der US-Chipgigant Nvidia kauft die KI-Plattform Hugging Face für satte 12,93 Milliarden Dollar. Der Deal soll in der ersten Jahreshälfte 2027 abgeschlossen werden. Für viele Unternehmen ist das eine Nachricht mit weitreichenden Folgen.
Hugging Face gilt als wichtigste Plattform für offene KI-Modelle. Millionen Entwickler nutzen sie weltweit, um KI-Software zu entwickeln und zu teilen. Im Gegensatz zu geschlossenen Systemen wie jenen von OpenAI kann hier der Programmcode frei heruntergeladen und verändert werden.
Nvidia beteuert laut Computerwoche, dass die Plattform offen bleiben werde. "Entwickler können weiterhin frei ihre Modelle, Frameworks, Clouds, Inferenzdienstleister sowie Rechenplattformen wählen", heißt es auf Computerwoche. Nvidia-Hardware sei nicht verpflichtend.
Trotz dieser Versprechen mahnen IT-Experten zur Vorsicht. Man solle Hugging Face nicht mehr als herstellerneutrale Plattform betrachten, sondern als strategisch kontrollierte. Unternehmen sollten realistische Alternativen in der Hinterhand haben.
Als mögliche Ausweichoptionen werden Azure AI Foundry von Microsoft, AWS SageMaker JumpStart von Amazon und der Model Garden von Google genannt. Experten empfehlen außerdem, wichtige KI-Modelle in einem eigenen internen Repository zu spiegeln.
Für Nvidia selbst ist der Deal eine Absicherung gegen die Konkurrenz. Technologiekonzerne wie Google, Meta und Microsoft arbeiten an eigenen KI-Chips, um ihre Abhängigkeit von Nvidia zu verringern.