Obdachlosen in S-Bahn verprügelt – Haftstrafen!

Ein Trio musste sich heute vor Gericht verantworten, weil es in einer Bahn einen Obdachlosen verprügelt haben sollen. Zwei der Männer fassten Haftstrafen aus.

Die Beschuldigten (18 bis 19 Jahre alt) sollen laut Anklage im Februar nachts gegen 1.20 Uhr in der Station Traisengasse in die S-Bahn eingestiegen sein, hätten sich als Schwarzkappler ausgegeben.

Opfer regelrecht malträtiert

Bei einem schlafenden Obdachlosen wollten sie eine Farscheinkontrolle durchführen, woraufhin der 55-Jährige "patzig" reagierte – da soll das Trio komplett ausgerastet sein.

Die drei Burschen sollen laut Anklage immer wieder auf den Kopf des Mannes eingeschlagen haben, hätten auch auf ihn eingetreten. Ein Zeuge schritt sofort ein, forderte die Burschen auf, aufzuhören – dafür bot er ihnen sogar Geld an.

Obdachlosen verfolgt

In der Station Handelskai stieg der blutüberströmte Mann aus der Bahn – einer der Verdächtigen folgte ihm bis auf den Bahnsteig. Dort habe der Verdächtige mit seinem Gipsarm auf das Gesicht des Opfers weiter eingeschlagen und dem 55-Jährigen das Nasenbein gebrochen. Das Trio konnte mit Hilfe von Video-Überwachungsbildern ausgeforscht werden.

"Aus Frust" gehandelt

Der Hauptverdächtige (19) gab an, er sei wegen einer "alkohol- und cannabisbedingten Enthemmung" auf sein Opfer losgegangen. Außerdem hätte der 19-Jährige "Frust gehabt", weil er auf Grund eines Gipses an der Hand keinen Barkeeper-Kurs abschließen konnte.

Laut dem Angeklagten hätte der Obdachlose "Hurensohn" gerufen: "Das hat mich derart wütend gemacht, dass ich ihm nachgelaufen bin." Der zweite Beschuldigte meinte, dass der Mann "aggressiv" rübergekommen sei.

Verdächtiger gesuchter Räuber

Der Bursche soll neben der schweren Körperverletzung auch einen schweren Raub begangen haben. Er habe einen Monat zuvor vor einer Disco in der Donaustadt zwei Nachtschwärmer überfallen, hätte einem der Opfer einen Oberkieferbruch zugefügt.

Der dritte Angeklagte bestreitete die Tat, meinte nur: "Ich hab gar nix gemacht. Ich hab nicht hingeschlagen." Das Opfer und ein Zeuge konnten dies bestätigen.

Freunde sammelten Geld für Opfer

Kurios: Freunde des Angeklagten sammelten zwei 50-Euro-Scheine für das Opfer – das Geld übergab Philipp Winkler, der Anwalt des Beschuldigten. Der Obdachlose ignorierte die "Spende", meinte beim Verlassen des Gerichtssaals nur: "Das nehme ich ganz sicher nicht."

Milde Haftstrafen

Der Hauptverdächtige wurde zu 24 Monaten Haft (acht Monate unbedingt), der Zweitangeklagte zu 21 Monaten Haft (sieben Monate unbedingt) verurteilt. Der dritte Bursche erhielt zehn Monate bedingt. Außerdem muss das Trio 2.120 Euro Schadenersatz zahlen. Die Urteile sind nicht rechtskräftig. (dm)

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