Ehemaliger KZ-Stollen soll zum Kurort werden

Der Stollen in Ebensee (Oberösterreich) wurde von KZ-Häftlingen errichtet. Jetzt will sein Besitzer einen „Heilstollen" für Atemwegserkrankungen daraus machen.

In den Kriegsjahren 1944/45 wurden von Insassen des Konzentrationslagers Ebensee Stollenanlagen mit einer Fläche von mehr als 40.000 Quadratmetern in den Berg gesprengt. Eigentlich sollte dort eine unterirdische Raketenfabrik entstehen, doch dann gab man doch dem Bau einer bombensicheren Destillationsanlage zur Kraftstoff-Erzeugung den Vorrang. Nun soll in eben diesem Stollen ein "Heilstollen" für Atemwegserkrankungen entstehen.

"Nicht unweigerlich pietätlos"

Der Geschäftsführer des "Zeitgeschichte Museums" und der KZ-Gedenkstätte Ebensee, Wolfgang Quatember, bestätigt gegenüber der "Presse" derartige Pläne im Ortsteil Rindbach (Bezirk Gmunden). Grundsätzlich lehne er das Projekt nicht ab, es sei jedoch ein hohes Maß an Sensibilität gefordert. Es müsse nicht unweigerlich pietätlos sein, wenn die Geschichte des "belasteten Objektes" entsprechend aufgearbeitet werde.

Bürgerinitiative gegen den Heilstollen

Jedoch sei es ratsam, "alle Beteiligten an einen Tisch zu holen". Neben den behördlichen Vertretern vor allem auch das „Mauthausen Memorial" sowie das Internationale Mauthausen Komitee, um die Meinungen der Überlebenden-Verbände einzuholen.

Eine "Bürgerinitiative gegen den Heilstollen" kämpft inzwischen gegen das Projekt. Zum einen sei es untragbar, in einen ehemaligen KZ-Stollen Erholung zu suchen. Zum anderen werde dadurch das Verkehrsaufkommen im Ort direkt am Traunsee noch weiter zunehmen.

Derzeit wird Heilgüte im Stollen gemessen

Bei einer Infoveranstaltung im Rathaussaal präsentierte der Ebenseer Unternehmer Anton Putz, der "eine Vision verwirklichen" möchte, sein geplantes Vorhaben. Aktuell werden Messungen im Stollen durchgeführt, ob das Klima überhaupt eine entsprechende Heilgüte besitze. Die Messungen sollen noch mehrere Monate dauern.

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