Obmann und Landesrat Opfer von ÖVP-Politbeben

In der Kärntner ÖVP kommt es zu einem Umsturz. Der studierte Forstwirt Christian Benger übernimmt sowohl den Parteivorsitz von Gabriel Obernosterer als auch den Landesratsposten von Wolfgang Waldner. Die Entscheidung fiel bei einem Treffen des Parteivorstands, Wirtschaftskammer-Präsident Franz Pacher hatte bereits zuvor den Rücktritt von Waldner gefordert.

In der Kärntner ÖVP kommt es zu einem Umsturz. Der studierte Forstwirt Christian Benger übernimmt sowohl den Parteivorsitz von Gabriel Obernosterer als auch den Landesratsposten von Wolfgang Waldner. Die Entscheidung fiel bei einem Treffen des Parteivorstands, Wirtschaftskammer-Präsident Franz Pacher hatte schon davor den Rücktritt von Waldner gefordert.

Am Sonntag hatte Wirtschaftskammer-Präsident Franz Pacher den Rückzug Waldners verlangt, weil dieser in seiner Funktion zu wenig präsent sei und die Volkspartei in den Umfragen nach unten gegangen sei. Pacher hatte sich gleichzeitig selbst als Nachfolger des früheren Außenamtsstaatssekretärs und Museumsquartier-Chefs angeboten.

Benger aus dem Bauernbund

Daraus wird allerdings nichts. Mit Christian Benger übernimmt den Posten ein Vertreter des Bauernbunds. Der gebürtige Vorarlberger ist als Vize-Chef der Kärntner Land- und Forstbetriebe tätig. Benger wird zuerst Landesrat, dann geschäftsführender Parteichef, beim Parteitag am Jahresende soll er zum neuen Landesparteichef gewählt werden.

Wechsel seit Monaten geplant

Laut dem scheidenden Landesparteichef Gabriel Obernosterer war der Wechsel seit Monaten geplant. Er hat Benger schon im Oktober gefragt, ob er für die beiden Positionen zur Verfügung steht. Den Wirtschaftskammerpräsidenten Pacher kritisiert er scharf und verlangt eine Entschuldigung: "So kann man mit Wolfgang Waldner nicht umgehen."

"Wunder gibt es nicht"

Waldner selbst meint dazu nur: "Es wurden in der Öffentlichkeit Wunder erwartet, doch Wunder gibt es nicht." Jetzt will er eine geordnete Übergabe vorbereiten. Was er künftig machen wird, weiß Waldner noch nicht.

Benger will jedenfalls die Dreierkoalition mit SPÖ und Grünen weiterführen. Die beiden Parteien waren zunächst überrascht von dem plötzlichen Wechsel. Vor allem die Grünen wollen die Koalition neu bewerten.

Bundespartei: "strategische Neuausrichtung"

Die ÖVP-Bundespartei sieht den Wechsel in den Spitzenpositionen der Kärntner Landespartei als "strategische Neuausrichtung". Obernosterer habe ja schon vor einigen Wochen dafür plädiert, die Funktionen des Parteichefs und des Landesrats wieder zusammenzuführen. Das sei nun geschehen, so Generalsekretär Gernot Blümel.

Die Bundespartei freut sich jedenfalls auf eine "gute Zusammenarbeit" mit dem neuen Kärntner ÖVP-Chef Christian Benger. "Großer Dank" von Generalsekretär Blümel geht an den scheidenden Parteichef Obernosterer, der die Landespartei in sehr schwierigen Zeiten übernommen und mit sehr großem politischen Einsatz wieder aufgerichtet habe.

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