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"Oddworld Soulstorm" im Test: Neues Spiel, alte Fehler

Fans alter "Oddworld"-Games kommen mit dem neuen "Soulstorm" für PS5 voll auf ihre Kosten. Wer sie aber bis dato nicht kannte, wird sich schwer tun.

Rene Findenig
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    "Oddworld Soulstorm" ist ein technisch eindrucksvolles Game, das leider beim Gameplay vieles an Chancen und Möglichkeiten liegen lässt.
    "Oddworld Soulstorm" ist ein technisch eindrucksvolles Game, das leider beim Gameplay vieles an Chancen und Möglichkeiten liegen lässt.
    Sony PlayStation

    Von "Oddworld: Abe's Oddysee" im Jahr 1997 bis "Oddworld: New ’n’ Tasty" im Jahr 2014 dauerte die Spieleserie um den Antihelden Abe, der eigentlich gegen seinen Willen zum Symbol gegen die Unterdrückung der Mudokons wurde. Nun muss Abe auch auf der PlayStation 5 für sein Volk ausrücken und sich den gefahren des neuen 2,5D-Sidescolling-Plattformers "Oddworld Soulstorm" stellen. Man sieht schon am Genre: Geändert hat sich dabei nicht unbedingt viel.

    PS-Plus-Nutzer können sich das Game, das es auch für PC gibt, im April 2021 kostenlos auf ihre PS5 laden. Doch um was geht es eigentlich? "Oddworld Soulstorm" schließt "Oddworld: New 'n' Tasty" an und erzählt de Geschichte um Hauptfigur Abe weiter. Nachdem er im Vorgänger zur Lichtgestalt der Mukodons aufgestiegen und das Magog-Kartell vermeintlich besiegt ist, schlägt es mit voller Härte zurück. Und einmal mehr muss Abe sein Leben und das seines Volkes mit einer waghalsigen Flucht retten.

    Neue Technik, bekanntes Gameplay

    Der Beginn des Spiels macht einen großartigen Eindruck: Hollywood-reif animierte Videosequenzen treffen auf einen spannenden Plot und schon zu Beginn lacht man sich beim schwarzen Humor scheckig. Auch die Levels überzeugen anfangs mit gestochen scharfen Details und einem Aufbau, bei der die 2D-Ansicht immer wieder 3D-Elemente und -Passagen offenbart. Dazu gibt es wechselnde Kamera-Perspektiven und superflüssige Bewegungen der Figuren sowie tolle Licht- und Feuer-Effekte.

    Auch beim Gameplay gibt es viele Neuerungen, etwa zerstörbare Umgebungen, was auch dafür sorgt, dass es verschiedene Wege zum Vorankommen in den eigentlich linearen Levels gibt. Auch einen guten Mix gibt es: Neben Schleich-, Kletter- und Rennpassagen gibt es auch (leider meist viel zu leichte) Umgebungsrätsel, Sammel-Aufgaben und Crafting-Tätigkeiten. Leider leidet das Spiel in so gut wie allen Bereichen auch an kleinen Problemen, die man schon aus den Vorgängern kennt. 

    Kleine Mängel in vielen Bereichen

    Starten tut dies bei der Steuerung, die nicht nur den neuen DualSense-Controller wirklich ausreizt, sondern vor allem bei Kletter-Passagen etwas unpräzise reagiert und damit manchmal direkt für den Spieltod verantwortlich ist. Weiter geht das beim Aufleven: Auch wenn die Spielfigur immer stärker wird – sprich die Gesundheit zunimmt –, kosten viele Spielszenen wie Scharfschützen-Schüsse dem Spieler sofort das gesamte Leben. Das ist mühsam, wenn man entweder bei einer Passage nicht weiter weiß oder immer wieder bei einem verweigerten Steuerungs-Befehl von Neuem beginnen kann.

    Auch in den übrigen Bereichen setzt sich der etwas unfertig wirkende Eindruck fort. Mit Bomben können zwar Umgebungen zerstört werden - sonst allzu hellhörige Gegner reagieren aber gar nicht auf die Explosionen, Sammeln und Craften wirken wie ein Fremdkörper – das Spiel läuft sonst flüssig und schnell ab, und manchmal stößt man auch auf unsichtbare Hindernisse auf der Plattformer-Flucht – oder die sonst unserer Spielfigur automatisch folgenden und mit Befehlen gelenkten Mukodons weigern sich aus unerfindlichen Gründen, Abe hinterherzueilen und sterben lieber im Feuer.

    Ein Spaß, aber vor allem für Fans

    Trotz Gemecker, an anderen Stellen kann man dem Abenteuer nichts vorwerfen: Das Game ist rund 20 Spielstunden lang, grafisch eine Wucht und bietet neben dem manuellen Speicher und gut verteilten Checkpoints auch drei Schwierigkeitsgradem mit denen sowohl Anfänger als auch Veteranen schön gefordert werden. Für die Sammel-Items und für künftigen Spielspaß kann man nach dem Ende die Missionen auch einzeln auswählen. Läuft alles ohne Bug ab, macht die wilde Flucht durch Waffen-starrende Horden und fiese Fallen so richtig Spaß. Und: Der neueste Patch hat auch viele der Anfangsprobleme 

    Picture

    "Oddworld Soulstorm" ist ein technisch eindrucksvolles Game, das leider beim Gameplay vieles an Chancen und Möglichkeiten liegen lässt. Zwar wurde das bekannte "Oddworld"-Gameplay beibehalten, gerade die Neuerungen wirken aber über weite Strecken unausgereift und nerven dazu öfters mit kleinen Bugs. Dennoch macht das mit Updates sich ständig verbessernde "Oddworld Soulstorm" Spaß. Dazu gibt es kinoreife Video-Szenen, die mit Humor, aber auch Emotionen, zum Weiterspielen motivieren. Auf ihre Kosten werden aber vor allem die Fans der Game-Serie kommen, während sich Neulinge über die etwas veralteten Mechaniken, deren Neuerungen nicht passen wollen, auch ärgern werden.