Niederösterreich

ÖBB-Chef begrüßt den Vorrang für die Schiene in NÖ

ÖBB-Boss Andreas Matthä zeigt sich erfreut über die Entscheidung, der Schiene statt der Autobahn im Waldviertel den Vorrang zu geben.
Erich Wessely
23.12.2020, 12:58

ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä zeigt sich über die Entscheidung, der Schiene im nördlichen Niederösterreich den Vorrang zu geben, sehr erfreut. „Das ist eine ausgezeichnete Nachricht für den Klimaschutz, die Menschen und Unternehmen in der Region und natürlich auch ein nachhaltiger Schritt zu einer zukunftsfitten Bahn-Infrastruktur“, sagt der ÖBB-Chef zum Investitionspaket von 1,35 Mrd. Euro.

Schon jetzt arbeite man intensiv an der Detailplanung gemäß dem Rahmenplan 2021-2026 und freue sich auf die gemeinsame Umsetzung der Projekte mit dem Land NÖ.

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Aus für die Waldviertelautobahn

Investitionen in öffentlichen Verkehr und ins Landesstraßennetz statt Bau einer Autobahn im Waldviertel - das war am Dienstag wie berichtet die Conclusio einer Pressekonferenz von Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) und Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Das Projekt, das frühestens 2045 fertiggestellt werden hätte können, wird nicht umgesetzt. Die stattdessen geplanten Ausgaben von 1,8 Milliarden Euro (Bahn und Straßen) sollen bis 2035 Früchte tragen.

"Realisierung absolut neuer Bahnprojekte"

Erste größere Straßenbauprojekte sollen bis 2026 starten. Im selben Jahr könne auch "die Realisierung absolut neuer Bahnprojekte" in Szene gehen, kündigte Mikl-Leitner an. Die nun geplanten Vorhaben seien im Vergleich zur Autobahn "um viele Jahre schneller umsetzbar" und würden "noch bessere Anbindungen für die Menschen in der Region" bringen. Das Ziel laute, mit "bequemen Öffis schnell von A nach B" zu kommen, fügte Gewessler hinzu. "Und das in Gmünd genauso wie in St. Pölten."

Finanzierung von Bund und Land

Rund 850 Millionen Euro sollen für den Ausbau neuer Bahnvorhaben verwendet werden, etwa 500 Millionen Euro zur Beschleunigung bei Schienenprojekten. Finanziert wird beides von Bund und Land gemeinsam. Mit zusätzlichen 440 Millionen Euro, die das Land in Aussicht stellte, sollen im Landesstraßennetz neue Umfahrungen errichtet werden. Weiters sind Spurzulegungen und Bestandsverbesserungen wichtiger Achsen in den Nordwesten geplant.

Projekte in NÖ

Im Bahnbereich seien fast alle Linien nördlich der Donau von den Maßnahmen betroffen, die Franz-Josefs-Bahn jedoch besonders, wie betont wurde. Geplant ist auch ein Projekt zur Verbindung der Franz-Josefs-Bahn mit der neuen Westbahnstrecke nach Wien. Neu ins Programm aufgenommen wird der Ausbau der Nordwestbahn von Retz nach Wien sowie der Laaer Ostbahn. Diese Vorhaben sollen bis 2032 abgeschlossen werden.