ÖBB und Westbahn reduzieren Verbindungen drastisch

Mit dem Fahrplanwechsel werden die Preise um durchschnittlich 1,9 Prozent angehoben. Die ÖBB betonen, dass dieser Wert unter der prognostizierten Inflationsrate von 2,1 Prozent liegen.
Mit dem Fahrplanwechsel werden die Preise um durchschnittlich 1,9 Prozent angehoben. Die ÖBB betonen, dass dieser Wert unter der prognostizierten Inflationsrate von 2,1 Prozent liegen.(Bild: ©ÖBB Roman Boensch/Bombardier)
Am Sonntag endet die Notvergabe, die die teilweise unwirtschaftliche Aufrechterhaltung der West-Strecke von ÖBB und Westbahn sicherstellte. 

Um den Bahnverkehr zwischen Wien und Salzburg auch während der COVID-19 Pandemie umfassend aufrecht zu erhalten, gibt es bis einschließlich 7. Februar 2021 auf der Weststrecke im Rahmen einer Notvergabe Zugverbindungen die bei den ÖBB und der Westbahn bestellt und finanziert werden.

Mit dem Auslaufen dieser Notvergabe werden die ÖBB ihr Verbindungsangebot zwischen Wien und Salzburg nach dem 8. Februar schrittweise um bis zu 50 Prozent reduzieren, dass gaben die ÖBB am Samstag in einer Aussendung bekannt. "Die ÖBB können ihr bisheriges, umfassendes Verkehrsangebot aufgrund der sehr schwachen Auslastung eigenwirtschaftlich nicht weiter aufrechterhalten. Mit dem reduzierten Angebot ab 8. Februar wird die aktuelle Kundennachfrage auf der Weststrecke gedeckt und weiterhin sicheres Reisen mit der Bahn ermöglicht", erklärt das Unternehmen.

Auch gegenseitige Ticketanerekennung mit Westbahn endet

Zusätzlich endet ab 8. Februar auch die gegenseitige Ticketanerkennung zwischen ÖBB und der Westbahn - somit sind dann in den Zügen der ÖBB nur mehr ÖBB-Tickets gültig. Entsprechend den weiteren Lockerungsschritten in der COVID-Prävention werden die ÖBB ihr Verkehrsangebot in den nächsten Wochen und Monaten ebenfalls schrittweise wieder hochfahren.

Heftige Kritik für die Nicht-Verlängerung der Notvergabe von der Westbahn und der Gewerkschaft Vida. Die "Westbahn" nennt den Schritt der Regierung, die bisherige Regelung nicht zu verlängern "gesundheitspolitisch kritisch: Mit der Öffnung des Handels ab 8. Februar und dem Vor-Ort-Unterricht der Schulen nach den Semesterferien ist mit einer steigenden Nachfrage in den Taktzügen der Weststrecke zu rechnen. Die Nachfrage wird natürlich deutlich geringer sein als vor COVID (und damit keine wirtschaftliche Tragfähigkeit für die Bahnunternehmen haben), aber höher als in der Zeit des vollständigen Lockdowns. Um den Anforderungen an die Abstandsregeln einigermaßen gerecht werden zu können, müssten in dieser Situation sogar noch mehr Zugverbindungen bestellt werden. So aber muss der Zugverkehr umgehend reduziert werden."

Notvergabe kostete 45 Millionen Euro

Ähnlich sieht das die Gewerkschaft. "Unter solchen Bedingungen kann nicht gewährleistet werden, dass gemäß der Corona-Schutzmaßnahmen ausreichend Abstand in den Zügen gehalten werden kann. Will der Finanzminister etwa einen Pendler-Cluster auf der Weststrecke riskieren?", sagt Günter Blumthaler, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft vida.

Im November 2020 sorgte das Klimaschutzministerium mittels Notvergabe in der Höhe von 45 Millionen. Euro an die ÖBB und an die Westbahn für die Aufrechterhaltung der Bahnverkehre auf der Strecke Wien-Salzburg. Besagte Notvergabe läuft morgen, 7. Februar 2021, aus.

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