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Das verdienen Österreichs Lehrer wirklich

Die jährlich erscheinende OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" zeigt, wie viel Österreichs Lehrer im internationalen Vergleich verdienen.

Heute Redaktion
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Gehälter im Vergleich.
Gehälter im Vergleich.
Bild: heute.at

Österreich Lehrer verdienen vergleichsweise gut. Das zeigt ein Blick in die aktuell präsentierte "Bildung auf einen Blick"-Studie der OECD, die jährlich die wichtigsten Bildungsdaten der Mitgliedsstaaten untereinander vergleicht.

Hierzulande verdienen Lehrer laut OECD zwischen 31.000 Euro Burttojahresgehalt (Einstiegsgehalt) und 41.000 Euro/Jahr mit 15-jähriger Berufserfahrung.

Von 40 untersuchten Staaten rangieren die Lehrergehälter in Österreich damit insgesamt auf Platz 8 der Studie. Von den untersuchten Staaten verdienen Lehrer nur noch in Luxemburg, Deutschland, der Schweiz, Spanien, Australien und den Niederlanden im Durchschnitt mehr Gehalt als bei uns.

Lehrergehälter: Extreme Unterschiede in der EU

Betrachtet man die internationalen Entwicklungen, dann zeigt sich klar, dass es in den meisten untersuchten Ländern im Bereich der Lehrergehälter zu Lohnsteigerungen gekommen war. Im OECD-Durchschnitt stiegen die Gehälter der Pädagogen zwischen 2005 und 2017 um rund 6,6%, die Gehälter im Primärbereich stiegen dabei am stärksten.

Trotz dieses internationalen Trends bleiben weiterhin eklatante Unterschiede in der Entlohnung der europäischen Lehrkräfte bestehen. Besonders deutlich wird dies wenn man sich den "Spitzenreiter" und "Verlierer" der Lehrergehälter ansieht.

Während sich ein Lehrer im Sekundarbereich I (damit ist in Österreich die "Unterstufe" für Schüler zwischen 11 und 15 Jahren gemeint) in Luxemburg über ein fürstliches Mindestgehalt in Höhe von ca. 95.000 Euro freuen darf, müssen deren Pendants in Lettland mit nur ca. 16.000 Euro im Jahr auskommen. Diese Zahlen betreffen jedoch nur die gesetzlich garantierten Gehälter und beinhalten keine Bonus-Zahlungen, wie etwa für Urlaubsgelder oder ergebnisorientierte Bonus-Zahlungen.

Frauen verdienen in allen Ländern schlechter als Männer

In Deutschland beispielsweise verdienen weibliche Lehrkräfte mit Hochschulabschluss rund 26 (!) Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Bemerkenswert ist, dass sich diese Unterschiede über alle Bildungsniveaus und alle untersuchten Staaten, mit ganz wenigen Ausnahmen, hindurchziehen. In Österreich stellt sich der Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern allerdings wesentlich weniger intensiv dar. Im Durchschnitt verdienen weibliche Lehrkräfte hierzulande um 2,13 % weniger als männliche Pädagogen, aber: in der Primärstufe I verdienen Österreichs Lehrerinnen sogar um 7,2 Prozent besser als die Männer.

Insgesamt sind rund 90 Prozent des Lehrpersonals in Österreich weiblich.

Nur wenige befinden sich nicht in Ausbildung

Erfreulich ist, dass sich in Österreich nur rund 10 Prozent der Jugendlichen zum Zeitpunkt der Datenerhebung weder in einem Arbeits- noch in einem Ausbildungsverhältnis befunden hatten. Das ist im OECD-Schnitt ein absoluter Spitzenwert, allerdings liegt der Wert bei Personen mit Migrationshintergrund mit 25 Prozent deutlich höher.

Migranten tun sich im österreichischen Bildungssystem, statistisch gesprochen, generell schwer. Die OECD rechnet Personen die im Ausland geboren wurden in Österreich deutlich geringere Chancen auf einen Bildungsabschluss ein. Das zeige sich in letzter Konsequenz aber auch am Arbeitsmarkt, wo es Migranten schwerer hätten Fuß zu fassen, so die OECD.

Weitere Daten zum österreichischen Bildungssystem:

- Hohe Beschäftigungsquote: Die Lehrausbildung führt 87 Prozent der Absolventen in einen Job. Das ist gleich hoch wie bei Uni-Absolventen!

- Keinen Pflichtabschluss haben 11 Prozent der 25- bis 34-Jährigen: Sie haben ein deutlich höheres Risiko, arbeitslos zu werden (19 Prozent).

- Schulabbrecher: Jeder Zehnte bricht die Schule ab.

- Die Akademikerquote liegt aktuell bei 32 Prozent (OECD-Schnitt: 37 Prozent). Dazu zählen aber teils BHS-Abschlüsse. Über ein Diplom (Master, Bachelor, Doktor…) verfügen nur 17 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher (OECD-Schnitt: 30 Prozent).

- Frauen verdienen weiterhin weniger als Männer - und das auch bei identer Ausbildung. Beispiel: Eine 35- bis 44-jährige Frau mit einem Abschluss einer höheren Schule (BHS, Gym) erhält 75 % des Gehalts eines gleich ausgebildeten Mannes.

- Die Akademikerquote liegt aktuell bei 32 % (OECD-Schnitt: 37 %). Dazu zählen aber teils BHS-Abschlüsse. Über ein Diplom (Master, Bachelor, Doktor…) verfügen nur 17 % der Österreicherinnen und Österreicher (OECD-Schnitt: 30 %) (red)