Fussball

ÖFB-Hammer! Präsident Milletich erklärt Rücktritt

Paukenschlag im österreichischen Fußball. ÖFB-Präsident Gerhard Milletich legt mit sofortiger Wirkung seine Funktionen nieder.
Heute Redaktion
31.01.2023, 16:00
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Der 66-Jährige legte am Dienstag mit sofortiger Wirkung seine Funktion als Präsident des österreichischen Fußballverbands nieder. Damit zog der Burgenländer die Konsequenzen aus den Vorwürfen, er habe seine Funktion als ÖFB-Präsident ausgenutzt, um für sein Verlagshaus Anzeigenkunden zu gewinnen.

"Aufgrund der massiven medialen Negativ-Kampagne und der internen Angriffe gegen meine Person, sehe ich mich veranlasst, meine Funktion als Präsident des ÖFB mit sofortiger Wirkung zurückzulegen. Dieser Rückzug erfolgt zum Schutz meines privaten und geschäftlichen Umfelds und soll weiteren Schaden vom ÖFB abwenden. Denn die mediale Vorverurteilung der letzten Monate sowie die persönlichen Angriffe einiger Präsidiumsmitglieder haben nicht nur meine Reputation, sondern auch das Ansehen des ÖFB in der Öffentlichkeit stark beschädigt", rechtfertigte sich der Burgenländer. 

15 Monate ÖFB-Präsident

Milletich wurde im September 2021 zum ÖFB-Verbandspräsident gewählt, setzte sich in einer Kampfabstimmung gegen den ehemaligen Rapid-Präsidentschaftskandidaten Roland Schmid hauchdünn durch und trat sein Amt im November 2021 an. Seither wurden die kritischen Stimmen aber nicht leiser. Milletich, der langjähriger Verbandpräsident im Burgenland war, hatte vor allem Oberösterreichs Präsident Gerhard Götschhofer, sowie Herbert Hübel (Salzburg) und Josef Geisler (Tirol) gegen sich. 

Schwere Vorwürfe gegen Milletich

Der Unternehmer stolperte schließlich über Vorwürfe, er habe Kontakte zu ÖFB-Sponsoren genützt, um für Inserate in seinen Magazinen zu werben. Erste Vorwürfe kamen im Oktober 2022 auf, Milletich bestritt diese aber stets. Der heute 66-Jährige führt den "Bomann"-Verlag, der in seinem Heimatort Parndorf ansässig ist. 

Im Dezember 2022 wurde schließlich die Ethikkommission der Bundesliga damit beauftragt, den Sachverhalt zu untersuchen, ein Ergebnis wurde für Ende Jänner angekündigt, hätte in einer Präsidiumssitzung am Freitag diskutiert werden sollen. Es seien neue Verdachtsmomente aufgetaucht, sogar eine Abwahl stand im Raum. Dem kam Milletich nun mit seinem Rücktritt zuvor. 

Milletich weist Vorwürfe neuerlich zurück

Die weiterhin im Raum stehenden Vorwürfe bestritt der Unternehmer aber neuerlich. "Gleichzeitig halte ich aber ausdrücklich fest, dass ich mein Ehrenamt als ÖFB-Präsident niemals missbraucht habe. Im Nachhinein betrachtet, hätte ich aus heutiger Sicht manche Kommunikation ein wenig anders geführt. Dennoch habe ich immer im Sinne des ÖFB und des österreichischen Fußballs gehandelt und habe mir daher nichts vorzuwerfen", so Milletich, der "Feindseligkeiten im ÖFB-Präsidium" neuerlich ansprach. 

Wie es beim heimischen Fußballverband nun weitergeht, wird in der Sitzung am Freitag geklärt. Einer der vier Vize-Präsidenten – Götschhofer, Geisler, Johann Gartner aus Niederösterreich oder Bundesliga-Vorstand Philip Thonhauser – übernimmt interimistisch, bis in einer Hauptversammlung, die aber wohl erst im Mai oder Juni über die Bühne gehen wird, der neue ÖFB-Präsident gewählt wird. 

Respekt vom Rivalen

Götschhofer, Milletichs schärfster Kritiker, fand nach dem Rückzug des Burgenländers in den "Oberösterreichischen Nachrichten" versöhnliche Worte: "Ungeachtet der vergangenen Monate und meinem Bestreben, Vorfälle aufzudecken, zolle ich Gerhard Milletich Respekt für diesen Schritt, weil er damit letztlich dazu beiträgt, dass im ÖFB in dieser Causa wieder Ruhe eintreten kann", so der Landesverbandspräsident. 

Mehr zum Thema
Jetzt E-Paper lesen