Vom 6. bis am 31. Juli ist die Frauenfußball-Europameisterschaft in England. Es ist die 13. Austragung des Turniers, im Mutterland des Fußballs findet die EM nach 2005 zum zweiten Mal statt. Eigentlich hätte das Turnier 2021 stattfinden sollen. Weil aber die EM der Männer wegen Corona um ein Jahr verschoben wurde, entschied die Uefa, auch jene der Frauen zu verschieben.
Am Turnier nehmen 16 Teams teil. Portugal kam als neuste Equipe dazu. Die Portugiesinnen ersetzen Russland, das wegen des Ukraine-Kriegs vom Turnier ausgeschlossen worden ist.
Gruppe A:England, Österreich, Norwegen, Nordirland
Gruppe B: Deutschland, Dänemark, Spanien, Finnland
Gruppe C: Niederlande, Schweden, Schweiz, Portugal
Gruppe D: Frankreich, Italien, Belgien, Island
Die EM 2017 gewannen die Niederländerinnen im eigenen Land. In einem torreichen Finale setzten sie sich vor begeisterten Heim-Fans mit 4:2 gegen Dänemark durch. Es war der erste Titel für die niederländischen Frauen. Norwegen gewann zweimal die Europameisterschaft, Schweden einmal. Rekordsieger ist Deutschland, das sich achtmal über den Titel freuen durfte. Die Mannschaften dieser Länder gehören auch alle zu den Top-Favoriten.
Österreich erreichte 2017 übrigens sensationell das Halbfinale.
Wie immer bei solchen Turnieren gibt es einige. Die Norwegerin Ada Hegerberg zum Beispiel. Die Spielerin von Olympique Lyon zählt zu den besten Stürmerinnen der Welt. In der Geschichte der Frauen-Champions-League hat keine Spielerin so viele Tore geschossen wie sie (59 Tore in 60 Partien). Sie ist aber auch eine Kämpferin. So zog sie sich wegen eines Streits mit dem norwegischen Verband über die ungleiche Behandlung zwischen Männern und Frauen fast fünf Jahre aus dem Nationalteam zurück.
Ebenso zu nennen ist die Engländerin Lucy Bronze. Die Verteidigerin, die mit ihrem dritten Vornamen "Tough" (hart) heißt, feierte ihre größten Erfolge bei Olympique Lyon. 2020 wurde sie Fifa-Weltfußballerin. Nun will sie ihr Heimatland zum EM-Titel führen.
Spaniens Alexia Putellasfehlt hingegen. Der absolute Mega-Star ist die derzeit beste Fußballerin der Welt, gewann letzte Saison den Ballon d’Or. Doch sie riss sich am Dienstag im Training das vordere Kreuzband. Sie wird mehrere Monate ausfallen.
Ein paar EM-Stadien sind richtig klein. So fasst zum Beispiel das Academy Stadium von Manchester City nur 4700 Zuschauerinnen und Zuschauer. Das sorgt für Kritik, ein paar Nationalspielerinnen sind stinksauer. Die Isländerin Sara Björk Gunnarsdottir spricht etwa von einer "peinlichen und respektlosen Entscheidung". Die Schwedin Rebecka Blomqvist sagt über das Leigh Sports Village (8000 Fans): "Wir wollen so viel Publikum wie möglich, deshalb ist es schade."
Gegenüber 20 Minuten wehrt sich die Uefa: "Bei unserer letzten Frauen-EM hatten wir durchschnittlich 5000 Zuschauende, wenn wir die Spiele der Niederlande nicht mitzählen", so der Verband. "Nun haben wir bereits 500.000 Karten verkauft, was gigantisch ist." Die bisherige Bestmarke für eine EM liegt bei insgesamt 240.000 Zuschauenden von 2017 in den Niederlanden. Auch der Schweizerische Fußballverband sagt: "Die Stadiongröße ist für uns kein Thema. Die Spielerinnen und der SFV freuen sich auf eine großartige Stimmung."
Brighton & Hove (Community Stadium): Kapazität: 30.000 Zuschauer
London (Brentford Community Stadium):Kapazität: 17.000 Zuschauer
London (Wembley Stadium): Kapazität: 89.000 Zuschauer
Manchester (ManCity Academy Stadium):Kapazität: 4700 Zuschauer
Manchester (Old Trafford): Kapazität: 74.000 Zuschauer
Milton Keynes (Stadium MK): Kapazität: 30.000 Zuschauer
Rotherham (New York Stadium):Kapazität: 12.000 Zuschauer
Sheffield (Bramall Lane): Kapazität: 30.000 Zuschauer
Southampton (St. Mary's Stadium):Kapazität: 32.000 Zuschauer
Wigan & Leigh (Leigh Sports Village): Kapazität: 8000 Zuschauer
Sehr viel weniger Geld als bei den Männern, aber doppelt so viel wie früher. So können die Teams bis zu zwei Millionen Euro an Preisgeld einspielen. Die Gelder wurden verdoppelt, insgesamt 16 Millionen Euro werden verteilt. Bei der EM 2017 in den Niederlanden waren es noch acht Millionen. Die teilnehmenden Verbände erhalten erstmals eine Startprämie von 600.000 Euro. Zudem gibt es in der Gruppenphase Prämien für einen Sieg (100.000 Euro) und für ein Unentschieden (50.000). Bei den Männern war das Startgeld alleine schon mehr als neun Millionen, insgesamt wurden über 330 Millionen ausgeschüttet.
Startgeld: 600.000 (Frauen 2022) – 9.250.000 (Männer 2021)
Sieg Gruppe:100.000 – 1.000.000
Remis Gruppe: 50.000 – 500.000
Achtelfinal: entfällt – 1.500.000
Viertelfinal: 205.000 – 2.500’000
Halbfinal:320.000 – 4.000.000
Vize: 420.000 – 5.000.000
Sieger:660.000 – 8.000.000
Maximal: 2.090.000 – 28.300.000
Der krasseste Außenseiter ist Nordirland. Die Nordirinnen sind 47. der Weltrangliste und damit das auf dem Papier schlechteste Team der EM. Sie sind Österreichs zweite Gruppengegnerinnen nach England und vor Norwegen.
Der Auswahl von Irene Fuhrmann wird die Ehre zuteil, am 6. Juli 2022 um 21.00 Uhr das Eröffnungsspiel gegen England im Old Trafford in Manchester zu bestreiten. Im zweiten Gruppenspiel geht es am 11. Juli um 18.00 Uhr in Southampton gegen Nordirland. Zum Abschluss der Gruppenphase treffen die Österreicherinnen am 15. Juli um 21.00 Uhr in Brighton & Hove auf Norwegen.
„Es ist eine große Ehre für uns, dass wir die EURO 2022 im Mutterland des Fußballs vor so einer einzigartigen Kulisse eröffnen dürfen. Das ist einerseits historisch und ein absolutes Highlight, anderseits eine Riesen-Challenge, gegen den Gastgeber und Turniermitfavoriten England zu spielen", so Irene Fuhrmann, die die Auslosung vor Ort verfolgt hat. „Es ist sicher eine besondere Situation, dass uns mit Nordirland ein weiterer Gegner zugelost wurde, den wir aus der WM-Qualifikation kennen. Aber es kann auch Vorteile in der Vorbereitung mit sich bringen. Wir haben letzten Dienstag gesehen, dass Nordirland auf keinen Fall zu unterschätzen ist", meint die Teamchefin weiter. „Mit Norwegen haben wir einen Gegner erwischt, der seit Jahrzehnten konstant an der Weltspitze mitmischt, und in der Qualifikation nur einen Gegentreffer bekommen hat. Bisher konnten wir Norwegen noch nie schlagen, und sind in diesem Spiel auf jeden Fall der Underdog. Um überraschen zu können, und die Gruppenphase zu überstehen, müssen wir körperlich in Topverfassung sein und brauchen in allen drei Spielen eine herausragende Leistung.
„Das Eröffnungsspiel einer Europameisterschaft im Old Trafford vor womöglich 75.000 Zuschauern zu spielen, ist der Traum jeder Spielerin und jedes Spielers. Die Favoritenrollen sind in der Gruppe mit England und Norwegen klar verteilt. Um diese Gruppe zu überstehen, braucht es nicht nur herausragende Teamleistungen, sondern auch das nötige Glück auf unserer Seite“,sagt ÖFB-Teamkapitänin Viktoria Schnaderbeck.
"Das Eröffnungsspiel? Gegen England? Im Old Trafford? Das ist richtig cool. Wir freuen uns jetzt schon richtig darauf und können mit dem Los zufrieden sein. Uns steht ein Mega-Turnier bevor", meint ÖFB-Teamspielerin Carina Wenninger.
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