ÖFB-Teamspieler spenden halbe Million € an Klubs

Julian Baumgartlinger und seine Kollegen greifen den kleinen Klubs unter die Arme.
Julian Baumgartlinger und seine Kollegen greifen den kleinen Klubs unter die Arme.Gepa Pictures
Der ÖFB unterstützt Österreichs kleine und mittlere Fußball-Klubs mit einer Million Euro. Die Hälfte dieses Hilfsfonds spenden die Teamkicker.

Am 29. Mai erfolgt das ÖFB-Cup-Finale zwischen Red Bull Salzburg und Austria Lustenau. Am 2. Juni wird die Bundesliga nach der Corona-Pause neu gestartet. Der Fußball ist zurück! Vorerst aber nur in der höchsten Spielklasse.

Von der zweiten Liga abwärts fürchten die heimischen Klubs um ihre finanzielle Zukunft. Der ÖFB kündigte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz einen großen Hilfsfonds an, mit dem den kleineren und mittleren Klubs rasch unter die Arme gegriffen werden soll.

Gesamt wird eine Million Euro an die Vereine vergeben. Eine halbe Million trommelte Teamkapitän Julian Baumgartlinger "vom Kern des Nationalteams" zusammen. Welche und wie viele Spieler genau mitgezahlt haben, wie hoch ihre Beiträge sind, wurde nicht erwähnt. Der Rest wird von Funktionären und Sponsoren geschultert.

Laut ÖFB-Präsident Leo Windtner kann jeder österreichische Verein auf der Verbands-Homepage bis 12. Juni einen Antrag stellen. Die Hilfszahlung sei pro Verein mit 10.000 Euro gedeckelt, erfolge noch im Juni. Eine Jury, der auch Leverkusen-Legionär Baumgartlinger angehört, wird über die Vergabe entscheiden. Baumgartlinger: "Es geht nicht um mich persönlich, sondern um uns als Mannschaft. Wir wollen, dass alles transparent ist und die Gelder an die richtigen Adressen gehen."

Mehr folgt. Die bisherigen Aussagen der Pressekonferenz von Mittwoch in der Nachlese:

Leo Windtner, ÖFB-Präsident

In den letzten Wochen ist zwischen der Politik und dem Fußball eine solide Vertrauensbasis aufgebaut worden. Das hat dazu geführt, dass wir mit der Bundesliga starten können, vorgestartet mit dem Cup-Finale am 29. Mai.

Wir wollten immer vermeiden, dass Fußball ein Privilegium erhält. Wir wollen ein Rollenmodell entwickeln, das auch auf andere Teile der Gesellschaft übertragbar ist.

Ich appelliere an die Klubs, auch weiter unten, die Anweisungen einzuhalten. Wir haben damit einen Schritt geschafft: Wenn im ersten Stock die Fenster aufgehen, atmet auch die Basis durch. Wir wollen den Stillstand auch im Amateurfußball vermeiden. Dieses Signal ist an der Basis gut aufgenommen worden.

Es ist wichtig, dass die Vereine organisatorisch und finanziell Hilfe bekommen. Viele kleine Vereine finanzieren sich durch Sommerfeste und Ähnliches, das fällt aus. Eine Fusionitis wollen wir vermeiden.

Toll, dass die sieben Millionen bereitgestellt werden für den gesamten Sport. Besonderer Dank an die beiden Minister Rudi Anschober (Gesundheit) und Werner Kogler (Sport).

Jetzt kommt der Juni, da geht es wirklich um die Zukunft für die kleinen und mittleren Vereine. Wir wollten ein Zeichen setzen, einen Notfallsfonds für die Vereine schaffen, auf den sie zugreifen können. Hier wurde von Seiten des Nationalteams ein ganz tolles Zeichen gesetzt. Das Rückgrat dieses Fonds ist gewährleistet durch die Spieler des Nationalteams. Danke an Teamkapitän Julian Baumgartlinger. Es war nicht einfach, hier alle Spieler auf verschiedenen Kontinenten zusammen zu bringen.

Das Nationalteam brachte 500.000 Euro auf. Wir wollen das im ÖFB auf eine Million aufstocken. Das setzt sich zusammen durch Sponsoren, die Beiträge der Spieler und Beiträge der Funktionäre.

Die Vereine bekommen die Möglichkeit, bis 12. Juni ihre Ansuchen einzureichen. Die Anträge sind auf der Homepage zu finden. Eine Jury wird über die Auszahlung entscheiden. Die Auszahlung wird noch im Juni erfolgen. Jeder Verein mit Sitz in Österreich hat die Chance. Es gibt vier Kategorien: Infrastruktur, Erwachsenen-, Kinder- und Frauen-Fußball. Pro Verein sind diese Förderungen mit 10.000 Euro gedeckelt.

Die wichtige Zusage kommt von Sportminister Werner Kogler: Diese Gelder blockieren NICHT die Mittel der Unterstützung des Staates.

Julian Baumgartlinger, ÖFB-Teamkapitän (und Teil der Jury)

Es war eine ganz schwierige, spannende Zeit. 

Wir kommen alle von der Basis. Es ist wichtig, dass es oben weitergeht. Aber umso wichtiger, dass der Breitensport weitergeht.

(Nach welchen Kriterien er als Jury-Mitglied Förderungen vergibt?) Es geht nicht um mich persönlich, sondern um uns als Mannschaft. Wir wollen, dass alles transparent ist und die Gelder an die richtigen Adressen gehen. 

(Wehmut, die Kollegen so lange nicht zu sehen?) Natürlich. Es ist komisch, über die Zukunft nachzudenken. Eine WM-Quali noch vor der EURO anzufangen. Darauf müssen wir uns einstellen, es positiv angehen.

(Geisterspiel mit Leverkusen erlebt, wie war's?) Es ist grotesk. Aber man muss eine Perspektive schaffen. Mit Publikum macht es aber schon ein bisschen mehr Spaß.

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