Sicherheitsmitarbeitern der Wiener Linien bemerkten vor kurzem beim U-Bahn Ausgang Resselpark am Karlsplatz einen auffällig gereizten Mann (32). Er redete auf eine verängstigte Frau (35) ein. Zwei Passanten hatten die Situation ebenfalls beobachtet. Als der Mann plötzlich handgreiflich wurde, ging ein Zeuge sofort dazwischen, trennte die beiden.
Inzwischen waren auch die Securitys Laura D. und ihr Kollege Sefa D. vor Ort. Laura D. spricht serbisch, verstand die Beiden: "Er wurde immer lauter und aggressiver. Er war aufbrausend, drohte ihr, flüsterte ihr etwas ins Ohr, zur Einschüchterung". Die bedrohte Frau sei ganz verunsichert gewesen. "Sie hatte eine ganz eingeschüchterte Körperhaltung. Sie sagte zunächst kein Wort. Sie hatte Tränen in den Augen. Es war zu sehen, dass sie Angst hatte", so Laura D. "Die Lautstärke, die Körpersprache, der Gesichtsausdruck. Man lernt, Stimmungen wahrzunehmen."
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Der Verdächtige ließ sich nicht beruhigen, versuchte, seine Exfreundin von den Sicherheitskräften wegzureißen. Das Sicherheitsteam reagierte professionell, konnte den Mann schließlich von der Frau wegbringen. "Es war gut, dass wir ein gemischtes Team sind. Ich als Frau konnte den Mann durch weibliche Diplomatie etwas beruhigen", so Laura D.
In der Distanz zu dem Mann fühlte sich die Frau sicherer. "Sie begann sich zu öffnen, zu sprechen", erinnert sich Laura D. Er sei ihr Ex-Freund. Sie habe seinen Heiratsantrag abgelehnt, sagte sie über den Ausgangspunkt des Konflikts. Wenn Männer kein Nein akzeptieren können, sehen sich Frauen oft mit Gewalt konfrontiert. So auch in diesem Fall. "Hätten wir nicht eingegriffen, wäre es für die Frau mit Sicherheit gefährlich geworden", so Sefa D.
Die Frau ließ sich schließlich dazu bewegen, gemeinsam mit dem Sicherheitsteam zur Polizeiwache zu gehen. Dort gab sie an, dass sie von ihrem Ex-Freund seit längerem bedroht und auch schon körperlich misshandelt worden sei.
Der 24-Stunden Frauennotruf (01/71719) und der Frauen- haus-Notruf des Vereins Wiener Frauenhäuser (05 77 22) sind rund um die Uhr besetzt.
Im Zuge der "Aussprache" am Abend des 12. Juni soll er sie und ihre Familie mit dem Umbringen bedroht haben. Der Mann zeigte sich nicht geständig. Er wurde vorläufig festgenommen. "Gott sei Dank waren wir zur rechten Zeit am rechten Ort", fasst Sefa D. den Einsatz zusammen.