Am Dienstagabend einigten sich die Landeshauptleute und die Bundesregierung auf den diesjährigen Finanzausgleich. Insgesamt 2,4 Milliarden Euro wird der Bund zusätzlich an Länder und Gemeinden überweisen. 300 Millionen Euro sollen in den Ausbau der Kassenstellen bei den niedergelassenen Ärzten fließen. Für Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) sie dies der Grundstein für eine Gesundheitsreform.
Bernhard Wurzer, Chef der Österreichischen Gesundheitskasse, kann mit der Lösung leben, gibt allerdings zu Bedenken, dass eine Entlastung der Spitäler damit nicht möglich sei. "Der Finanzausglich hat einen bitteren Beigeschmack. Zwar ist mehr Geld für das Gesundheitssystem da, allerdings nicht in dem Ausmaß, wie wir uns das gewünscht hätten", so Wurzer im Ö1-Morgenjournal am Donnerstag.
Die ÖGK hatte geplant, einen bundesweiten Leistungskatalog auszuarbeiten. "Dieser hätte mit 600 Millionen Euro allerdings das doppelte gekostet", gesteht der ÖGK-Chef ein. Die Politik habe sich demnach für einen Ausbau der Spitalsambulanzen entschieden.
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Laut Wurzer wäre ein Ausbau des niedergelassenen Bereichs mit zusätzlichen Leistungen sinnvoll gewesen. Neben Primärversorgungszentren hätte man auch die Ärzte-Netzwerke im ländlichen Raum stärken müssen. "Die Patienten schätzen die Kombination aus Öffnungszeiten und der hervorragenden Betreuung durch Fachpersonal aus dem medizinischen Bereich", so der ÖGK-Chef. Auch die Ärzte selbst würden sich von der Zusammenarbeit mit anderen Medizinern und Logopäden begeistert zeigen.