Ein Selfie im Bett mit Napoleons Lieblingsschwester? In einem Museum im italienischen Possagno, unweit von Treviso, ist das möglich – allerdings nicht erlaubt. Für dieses Motiv setzte sich ein österreichischer Tourist aber über alle Regeln hinweg und kletterte auf das Originalmodell in Gips der Marmorstatue der Paolina Bonaparte.
Das blieb nicht ohne Schaden für das berühmte Werk des italienischen Bildhauers Antonio Canova (1757-1822). Zwei Zehen der Statue brachen unter dem Gewicht des Österreichers ab. Anstatt seine Schandtat aber einzugestehen, verließ der Tourist mitsamt seiner Gruppe das Gebäude, ohne den Schaden zu melden.
Nur wenige Minuten später entdeckte die Museumsleitung die Gipsbrösel des beschädigten Meisterwerks und machte sich auf die Suche nach dem Übeltäter. Mittels Bilder der Überwachungskameras und des Anmeldeformulars der Reisegruppe, gelang es den mutmaßlichen Täter zu identifizieren. Jetzt ist der Selfie-Jäger ein Fall für die Carabinieri.
Der italienische Parlamentarier Vittorio Sgarbi, der auch der Stiftung "Antonio Canova" vorsteht, klagte auf Facebook über den "Vandalenakt" eines "kopflosen österreichischen Touristen". Paolina Bonaparte erwartet unterdessen eine penible Pediküre. Mit Hilfe der gefundenen Fragmente sollen die Zehen restauriert werden und hoffentlich bald in altem Glanz erstrahlen.
"Wir rufen Besucher immer wieder auf, sich nicht auf die Statuen zu setzen. Verantwortungsloses Verhalten schadet den Schätzen, die unser Museum aufbewahrt. Hier geht es nicht aber nicht um die Staatsangehörigkeit der Besucher. Österreicher sind gute Freunde unseres Museums", wird Museumsleiterin Moira Mascotto von der Nachrichtenagentur APA zitiert.