Feller lag nach einem verkorksten ersten Durchgang nur auf dem achten Rang. Mit viel Risiko katapultierte sich der 31-jährige Tiroler im zweiten Durchgang noch auf Rang fünf vor. Auf das Stockerl fehlten letztendlich zwölf Hundertstelsekunden. Den Flutlicht-Riesentorlauf am Dienstag beendete Feller noch als Zweiter.
"Einen fünften Platz kann man gut mitnehmen, das war eine Schadensbegrenzung. Aber es tut schon weh, einen vierten und einen fünften Platz zu Hause mitzunehmen", blickte der Slalom-Weltcupführende auf die beiden Slalom-Klassiker in Kitzbühel und Schladming. Zuvor hat Feller bereits drei Slalom-Saisonrennen für sich entschieden.
Mit einem bärenstarken Zielhang machte Feller noch entscheidend Plätze gut. Zuvor wäre der 31-Jährige auf der pickelhart vereisten Piste beinahe am Skischuh ausgerutscht. "Unten ist es mir gelungen, so zu fahren, wie ich es gerne fahren würde. Wenn es blöd hergeht, schreibe ich oben schon null Punkte", hatte der ÖSV-Star nach dem fünften von zwölf Saisonslaloms bereits den Rechenschieber mit im Kopf, liegt nun 132 Punkte vor dem Deutschen Linus Straßer, der als erst siebter Fahrer das Doppel aus Kitzbühel und Schladming gewann.
"Den ersten Durchgang müssen wir vom Material her analysieren, da haben wir einen Fehler gemacht", fügte der Tiroler an, betonte aber neuerlich: "Es sind gute Punkte, ein gutes Ergebnis. Aber zwölf Hundertstel auf den Dritten wären sicher drinnen gewesen."
Beim deutschen Straßer kannte der Jubel nach seinem fünften Weltcuperfolg keine Grenzen. "Skifahren ist eine extrem mentale Sache, ich tue mir grad extrem leicht, kann alles andere ausblenden. Ich fühle mich extrem sicher, ich will nicht sagen, dass ich immer der Schnellste bin, aber ich kann mich grad spielen", schmunzelte der 31-Jährige, der erstmals auch zur Halbzeitpause in Front lag und diese Pausenführung ins Ziel brachte, 28 Hundertstel Vorsprung auf den Norweger Timon Haugan hatte. Clement Noel aus Frankreich hatte als Dritter bereits 1,02 Sekunden Rückstand.
"Trotz dieses Scheißwetters kommen die Leute, feuern uns an. Die Österreicher haben einfach Skifahren im Blut. Das macht diese Rennen so besonders", bedankte sich Straßer schließlich auch bei den 25.000 Fans entlang der Strecke.