ÖSV-Ikone legt nach Abrechnung mit Regierung nach

Felix Gottwald
Felix GottwaldGepa Pictures
Österreichs Rekord-Olympiasieger meldet sich nach seiner kontroversen Abrechnung mit der Regierung wieder zu Wort. Er bedankt sich bei seinen Fans.

Vergangene Woche sorgte Felix Gottwald mit seinem Rücktritt als Vorsitzender der Breitensportkommission der Bundes-Sport GmbH bekannt. Vor allem seine Begründung ließ die Wogen im Land hochgehen.

Der dreifache Olympiasieger erklärte seinen Schritt in Form einer Abrechnung mit der Regierung. In einem offenen Brief an Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler prangerte er das Corona-Management an. Er fühle sich, wie Millionen andere auch, ausgeschlossen. Gemeint war die 2G-Regelung, die Ungeimpften den Alltag bedeutend schwerer macht. Mittlerweile wurden mit dem allgemeinen Lockdown und der angekündigten Impfpflicht weitere Verschärfungen vorgenommen.

Gottwald wurde in Folge von der FPÖ instrumentalisiert. Parteichef Herbert Kickl warb mit der heimischen Sport-Ikone, machte Stimmung gegen die Regierung, ihre Maßnahmen und die Impfung. Gottwald wehrte sich gegen die Vereinnahmung rechtlich, wiederholt nun in einem weiteren offenen Brief: "Ich gehöre keiner politischen Partei, keiner Ideologie und keiner Gruppierung an und lasse mich von nichts und niemandem vereinnahmen."

Gottwald meldet sich zu Wort

Ja, Gottwald legt am Mittwoch nach. Der ehemalige Nordische Kombinierer reagiert auf "die vielen Zuschriften, E-Mails und Rückmeldungen, die mich über die unterschiedlichsten Postkasteln und Kanäle erreicht haben", bedankt sich bei seinen Fans.

Auf Facebook schreibt der 45-Jährige: "Und ja, ich bin froh darüber, dass wir nicht alle einer Meinung sind und dass Meinungsvielfalt und Diskurs als Werte in unserer Gesellschaft noch existieren."

Er habe in den Tagen seit seinem Rücktritt viel erlebt: "Ich bekam Einblick in so viele Schicksale, von denen es die meisten niemals in den medialen Mainstream schaffen werden. Ich habe meine Stimme erhoben, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe, es nicht zu tun. Dass dies schon als 'Zivilcourage' verbucht wird, hätte ich mir in dem Ausmaß bis vor Kurzem in unserem Land nicht vorstellen können. Ich habe vielen 'aus der Seele gesprochen', viele halten das, was ich getan habe, für 'mutig', viele hoffen, dass sich nun 'auch andere trauen, ihre Stimme zu erheben'."

Was Gottwald nicht schreibt: Dass es nicht nur positive Reaktionen auf seine Äußerungen gab. Stimmen aus der Politik und dem Gesundheitswesen kritisierten ihn für seine Corona-Wutrede stark. 

Gottwald: "Ich kann euch aber auch sagen: Es ist in diesen Tagen nicht immer bequem, eine Meinung zu haben.

Er nimmt Stellung zu Hass-Kommentaren im Netz, die er erhalten habe: "Vielen Dank auch jenen, die mich aufs Wüsteste beschimpft und sich wenige Minuten später dafür wieder entschuldigt haben."

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