ÖSV-Sensationssieger muss sich die Ski selber wachsen

Johannes Strolz
Johannes StrolzGepa
Er rutschte aus den Kadern, wachst seine Ski selber, ist Polizist und hat einen Olympiasieger als Vater. Das ist Adelboden-Sieger Johannes Strolz.

Sensation in Adelboden! Johannes Strolz siegt vor Manuel Feller. Die Österreicher strahlen am Chuenisbärgli über einen Doppelsieg. Für Strolz ist es ein ganz besonderes Rennen.

Der Vorarlberger feiert mit 29 Jahren seinen ersten Weltcupsieg. Bisher war Platz zehn sein bestes Ergebnis. Mit diesem Erfolg war also nicht zu rechnen.

Im ÖSV hatte man Strolz jedenfalls nicht mehr für ganz oben auf der Rechnung. Er ist nicht Teil des A-Kaders. Erstaunlich: Strolz hat derzeit nicht einmal einen Servicemann, wachst sich seine Ski selber. Wie er nach dem Sieg verrät, hat ihm der heimische Verband nach dem ersten Fingerzeig in Madonna di Campiglio Angeboten, Servicemann Dominik Raschner zur Seite gestellt zu bekommen. "Vor dem dichten Programm im Jänner einfach zu viel Risiko, jetzt was zu ändern", erklärt Strolz, warum er dankend ablehnte.

Der Polizist aus Dornbirn ist also gleich in mehrerer Hinsicht Schmied seines eigenen Triumphs: "Endlich habe ich es einmal zeigen können. Ich habe immer geglaubt, dass ich das Zeug dazu habe. Mit den vielen Rückschlägen überlegt man natürlich, aber irgendwo war das Gefühl, dass das noch nicht alles war. Vielleicht habe ich jetzt das Mittelmaß gefunden, zwischen Perfektion und laufen lassen."

In der Stunde seines bisher größten Erfolgs denkt Strolz aber zuerst an andere: "Es fällt mir jetzt schwer, etwas zu sagen. Ich muss so vielen Leuten Danke sagen. Meiner ganzen Familie und so vielen anderen, es hat sich endlich ausgezahlt. Das ist unglaublich. Mein Vater weiß, wie es ist, so zu kämpfen wie ich. Meine Schwester, meine Freundin, es ist ein Wahnsinn, wie alle hinter mir stehen."

Beim Namen Strolz klingelt es wahrscheinlich bei vielen. Hubert Strolz, Vater von Johannes, war unter anderem Olympiasieger in der Kombination in Calgary 1988.

Feller, wie schon tags zuvor im Riesenslalom Zweiter in Adelboden, freut sich mit seinem Kollegen: "Ich kenne den Strolzi schon lange. Der fightet extrem, richtet sich selber die Ski her. Das kann sich keiner von uns vorstellen, wie zach das ist. Ich habe ihm gesagt, er muss noch einmal genauso andrücken und super, dass er das gemach hat. Die Bodensicht war eigentlich nicht mehr da. Oben habe ich schon Zeit liegen gelassen, bei der Steilhangeinfahrt war ich auch fast weg. Der Druck war enorm, es war mental eine unglaublich schwierige Situation und ich bin extrem zufrieden mit dem zweiten Rang. Jetzt freue ich mich auf daheim und wenn es die Freundin erlaubt, gehe ich einmal Nachtfischen."

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account sek Time| Akt:
Wintersport

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen