Niederösterreich

ÖVP-Mann zu Badegast: "Alte Leute gehören vergast"

Weil sie sich an einer illegalen Verteilaktion des ÖVP-Arbeitnehmerbundes störte, soll ein Funktionär der Pensionistin die Vergasung gewünscht haben.

Leo Stempfl
Zu dem Vorfall kam es in der Stadt Krems.
Zu dem Vorfall kam es in der Stadt Krems.
Getty Images/iStockphoto

Unfassbare Entgleisung in der Badearena Krems: Wie die "Niederösterreichischen Nachrichten" berichten, gab es dort am Donnerstag eine unangemeldete Verteilaktion des örtlichen ÖAAB (Österreichischer Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbund), einer Teilorganisation der ÖVP. An die Badegäste wurden Becher, Wasserbälle, Saft und politische Prospekte mit Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister sowie ÖAAB-NÖ-Geschäftsführer Matthias Zauner verschenkt.

Das schmeckte nicht allen. Einige Badegäste beschwerten sich bei den Betreibern des Freibads, das die Aktion daraufhin sofort untersagte. Immerhin fand sie auf privatem Grund und ohne Anmeldung statt. Sogar Magistratsdirektor Karl Hallbauer wies die Werber daraufhin an, das Bad zu verlassen. Nur wenig später musste trotzdem die Polizei einschreiten

"Alte Leute gehören eh alle vergast!"

Einer der Partei-Funktionäre, ein 31 Jahre alter Mann, geriet demnach mit einer rüstigen Pensionistin aneinander. Im Rahmen der verbalen Auseinandersetzung mit der 76-Jährigen soll laut "NÖN" sinngemäß der Satz gefallen sein: "Alte Leute gehören eh alle vergast!"

Solch eine Aussage würde wohl unter den Straftatbestand der Wiederbetätigung fallen. Nach dem Verbotsgesetz drohen in solch einem Fall bis zu zehn Jahren Haft. Auf den ÖAABler kommt wahrscheinlich ein Gerichtsprozess zu, er wurde angezeigt. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Parteiausschluss

Seitens der Verantwortlichen im ÖAAB wurde gegenüber den "NÖN" erst versucht, die Sache mit "Das war erst nach unserer Verteilaktion!" abzuschwächen. Stadtobmann Andreas Ettenauer ging daraufhin aber klar auf Distanz. Der ÖVP-Stadtparteiobmann Martin Sedelmaier habe bereits Schritte gesetzt.

Dieser bestätigt: "Wir haben den Mann schon am Tag danach aus allen politischen Funktionen im ÖAAB entfernt. Er wurde als Mitglied der ÖVP gestrichen." Wenn da etwas dran ist, gibt es auch kein Zurück mehr, "so eine Aussage ist einfach nicht tolerierbar".

Das sagt NÖAAB-Landesgeschäftsführer

„Die Vorkommnisse in Krems sind völlig inakzeptabel und unentschuldbar. Die Mitgliedschaft des betroffenen Mitglieds wurde sofort ruhend gestellt. Wenn es zu rechtlichen Konsequenzen kommt, folgt der Ausschluss aus dem NÖAAB. Solche Aussagen sind nicht zu tolerieren. Dieses Verhalten hat im NÖAAB nichts verloren“, so NÖAAB-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner.

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