ÖVP Wien legt 9-Punkte-Plan gegen Corona vor

Die ÖVP Wien will die Rückkehr der automatischen Türöffnung und eine strengere Kontrolle der Maskenpflicht in den Wiener Öffis. Stadtrat Markus Wölbitsch und Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec gingen selbst mit gutem Beispiel voran.
Die ÖVP Wien will die Rückkehr der automatischen Türöffnung und eine strengere Kontrolle der Maskenpflicht in den Wiener Öffis. Stadtrat Markus Wölbitsch und Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec gingen selbst mit gutem Beispiel voran.Helmut Graf
"Die Lage ist ernst", warnt die ÖVP Wien vor einer zweiten Corona-Welle. Mit einem Aktivmaßnahmenpaket soll diese in Wien verhindert werden.

"Die Corona-Krise ist noch lange nicht besiegt", warnten der Nicht-Amtsführende Stadtrat Markus Wölbitsch und Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec (beide ÖVP) am Mittwoch im Rahmen eines Mediengsprächs. Man hätte immer vor Verschlechterungen gewarnt, die nun ansteigende Zahl an Neuinfektionen, zeige, dass die Stadt die Gefahr noch immer zu sehr auf die lockere Schulter nehme. 

Mit einem neunstufigen Aktivmaßnahmenpaket will die Stadt-ÖVP nun wieder für mehr Sicherheit sorgen und die Covid19-Fälle gering halten. Im Zentrum steht dabei die Rückkehr der Maskenpflicht, wenn Sicherheitsabstände nicht möglich sind. Schon vor dem Pressetermin zeigte die ÖVP, wie ernst sie die Gefahr nimmt: Journalisten durften nur mit Nasen-Mundschutz hinein, zudem wurde Fieber gemessen.

VP fordert Corona-Testergebnisse innerhalb 24 Stunden-Frist

Ein Dorn im Auge ist ÖVP Wien etwa die lange Wartezeit auf Corona-Testergebnisse. Wöblitsch stellte einen Fall einer Wiener vor, die sieben Tage auf das Ergebnis ihres Covid-Tests wartete. "Das bedeutet eine Woche Unsicherheit, ob man einkaufen oder Freunde treffen darf. Viel zu lange", so der Stadtrat. Daher fordert die ÖVP Wien nun die Beschleunigung der Verfahren, Ergebnisse müsste es innerhalb von 24 Stunden geben. Zudem müsste die Stadt die Quarantänepflicht ernster nehmen und auf die angebotene Hilfe der Polizei zurückgreifen. 

Neun Forderungen für mehr Sicherheit

Diese Punkte sieht das Aktivmaßnahmenpaket der ÖVP Wien vor:

1.) Die Auswertung der Tests muss schneller funktionieren. Ergebnisse muss es künftig innerhalb von 24 Stunden geben, dafür brauche es mehr Kapazitäten. Um Zeit zu sparen soll die Zustellung der Ergebnisse statt wie bisher mit der Post künftig auf elektronischem Weg erfolgen. 

2). Die Stadt Wien muss das Hilfsangebot der Polizei bei Einhaltung von Quarantänevorschriften und Contact Tracing annehmen. 

3.) Die ÖVP Wien fordert eine Veröffentlichung der aktuellen Corona-Bezirksdaten sowie die Einspielung der Ergebnisse in die Stadt Wien-App.

4.) Bei den Öffentlichen Verkehrsmitteln will die Stadt-ÖVP die Rückkehr der automatischen Türöffnung. "In Zeiten wie diesen muss Sicherheit und Gesundheit über dem Wohlbefinden stehen", erklärt Korosec. Die Wiener Linien hatten das bisher ja mit Hinweis auf die Klimaanlagen abgelehnt. Wegen der ständigen Öffnung der Türen würde die Kühlung nicht richtig funktionieren. 

5.) An allen Ein- und Ausgängen zu den Wiener U-Bahnstation sowie bei Bus- und Straßenbahnstationen müssten Desinfektionsspender aufgestellt werden. Vorbild sei hier Paris, wo bereits 2.000 Gratisspender bei den Öffis zu finden seien, so Korosec. 

6.) Die Wiener Linien müssten konsequent die Maskenpflicht in den Öffis kontrolliert und gegebenenfalls sofort abstrafen. Wer ohne Maske erwischt wird, soll nach Vorstellung der ÖVP 50 Euro zahlen. Zudem müssten die Wiener Linien noch stärker auf die Maskenpflicht hinweisen. Dies geschieht aber ohnehin schon: mittels Durchsagen bei den Öffis-Stationen, über Einspielungen an den Minutenanzeigern und der Schaltung in den "Infoscreens" in den Bussen und Bims. 

7. Jeder Mitarbeiter der Stadt Wien und seiner Unternehmungen – also auch der Wiener Linien, aber auch im Wiener Gesundheitsverbund – soll die Möglichkeit haben, sich jederzeit gratis testen zu lassen. Dies müsse schnell und unkompliziert möglich sein.

8.) Die Wiener Spielplätze müssten regelmäßig desinfeziert werden. Zudem sollen an den Eingängen Desinfektionsspender bereit stehen.

9.) Um die Maßnahmen im Bedarffall rasch weiterentwickeln und anpassen zu können, fordern Wöbitsch und Korosec auch einen gemeinderätlichen Sonder-Gesundheitsausschusses. 

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