Niederösterreich

ÖVP will auch Straßennetz in NÖ weiter ausbauen

Immer noch legen die Niederösterreich 64 Prozent ihrer Wege mit dem Auto zurück. Die VPNÖ will deshalb das Straßennetz forcieren.
17.02.2022, 15:15

Der öffentliche Verkehr ist spätestens seitdem die Grünen in der Regierung sitzen das politische Hauptaugenmerk in Sachen Verkehr. Die Volkspartei Niederösterreich will nun aber auch den Straßenverkehr wieder mehr ins Zentrum rücken. Denn "14 Prozent aller Wege legen wir mit dem Öffentlichen Verkehr zurück, 22 Prozent zu Fuß oder mit dem Rad. 52 Prozent legen wir aber als Autofahrer und 12 Prozent als Mitfahrer zurück. Werte, die sich in den vergangenen 15 Jahren nur geringfügig verschoben haben", so Mobilitätssprecher Landtagsabgeordneter Jürgen Maier.

Seit 2021 wird in Niederösterreich mehr für den Öffentlichen Verkehr, als für den Straßenbau investiert. "Zwar wollen wir durch gezielte Maßnahmen in Niederösterreich den Anteil der aktiven Mobilität zu Fuß und mit dem Rad in den nächsten Jahren verdoppeln. Trotzdem zeigt der Blick auf die Lebensrealität der Landsleute: Auch morgen und übermorgen werden wir Straßen und Autos brauchen. Denn feststeht: Wir werden auch in Zukunft nicht überall mit dem Zug hinfahren können, der Bus wird nicht immer zu den Zeiten fahren können, zu denen wir ihn benötigen und manche Distanzen werden zu groß bleiben, um sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu überwinden", so Maier weiter.

Entlastungsprojekte im Fokus

Aktuell gibt es in Niederösterreich auf ein Netz von 554 Kilometer Autobahnen und Schnellstraßen sowie 13.623 Kilometer Landesstraßen – "das bedeutet, dass wir heute nicht mehr über große Neubauprojekte im Straßenbau sprechen, sondern vielmehr über gezielte Netzverbesserungen, Entlastungsmaßnahmen oder wichtige Lückenschlüsse. Verbesserungen, wie die Entlastungsstraße für St. Pölten, die S8 im Bezirk Gänserndorf oder der Lobautunnel um Wien – Projekte, die höchsten Umweltstandards und zahlreichen Prüfungen standhalten müssen", erklärt der Mobilitätssprecher.

Im Zentrum der Mobilitätsstrategie stehen deshalb Entlastungsprojekte. "Diese wichtigen Ausbauprojekte dürfen nicht auf die lange Bank geschoben werden, so auch die S8. Der Bezirk Gänserndorf wächst doppelt so schnell wie gesamt Niederösterreich: Von 1991 bis 2021 ist NÖ um 14,7 Prozent gewachsen, der Bezirk um 31,2 Prozent", sagt VPNÖ-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner und ergänzt: "Unsere Forderung ist klar: Eine Verkehrsministerin darf nicht nur eine Seite der Mobilität betrachten – denn sonst vergisst man auf alles, was außerhalb des Wiener Gürtels liegt. Klar ist, dass sich Öffentlicher Verkehr und Mobilität in einer Großstadt wie Wien anders gestalten, als Öffentlicher Verkehr und Mobilität im Flächenbundesland Niederösterreich." Er kritisiert dabei vor allem die blockierende Haltung der Grünen in Sachen Straßenbau.

Jetzt E-Paper lesen